22.02.2012 | 19:15 Uhr
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Abriss ist ein Fest wert

Dollnstein Dollnstein (EK) Dollnstein verliert ein markantes und elementares Bauwerk – und feiert diese Tatsache nach Kräften. Der Abriss der Altmühlbrücke beginnt in der kommenden Woche. Am Sonntag aber verwandelt sich das Bauwerk in eine Party-Zone.

Dollnstein: Abriss ist ein Fest wert
Sachverständige nahmen im Mai 2008 die Dollnsteiner Brücke unter die Lupe. Dabei wurden gravierende Schäden entdeckt. Jetzt, fast vier Jahre später, wird die Brücke abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Diese Arbeiten dürften fast das gesamte Jahr 2012 in Anspruch nehmen - Foto: EK-Archiv
Der neue Arbeitskreis Kultur in Dollnstein will bereits in diesem Jahr ein ansprechendes Programm auf die Beine stellen. Ein Höhepunkt wird sicher der Dollnsteiner Kultursommer werden, bei dem sich Jazz, Blues, Theater, Kabarett und bildende Kunst auf außergewöhnlichen Bühnen präsentieren.

Außergewöhnlich und vor allem einmalig ist gleich die Auftaktveranstaltung, die der AK Kultur initiiert hat. Mit im Boot sind viele örtliche Vereine. Am Sonntag, 26. Februar, steigt das „Brücken-Abriss-Fest“. Das Staatliche Bauamt Ingolstadt wird die bisherige Altmühlquerung wegreißen und durch einen Neubau ersetzen. Zuvor wollen die Dollnsteiner der Brücke, die seit 1950 dem Ort ein prägendes und markantes Bild verleiht, gewissermaßen die „letzte Ehre“ erweisen. Zu dem Zeitpunkt ist die Brücke zwar bereits für den Autoverkehr gesperrt, doch für Fußgänger noch passierbar.

Bürgermeister Hans Harrer sowie die Kindergartenkinder werden um 14 Uhr den Nachmittag mit einem Schauspiel eröffnen und später haben die Schulkinder historische Kinderspiele vorbereitet. Zwischendrin wird Pfarrer Franz Baumeister das Kreuz, das der Altmühlbrücke ihr unverwechselbares Bild verlieh, entsegnen.

Im Rathaus gibt es eine Ausstellung über die Brückengeschichte in Dollnstein, die bis in die Römerzeit zurückreicht. Die reich bebilderte Schau gibt Antworten auf die Fragen, wie die römischen Legionäre den Fluss überquerten, ob es vor 2000 Jahren bereits eine Brücke gab, welche Konstruktionen im Mittelalter die Flüsse überspannten und welche Lösungen den Ingenieuren im 19. und 20. Jahrhundert einfielen. Eindrucksvolle Fotodokumente, aber auch Karten und Abbildungen zeugen von einer lebendigen Dollnsteiner Brückengeschichte, in die auch die Eisenbahnbrücken einfließen. Regelmäßig gibt es Führungen durch die Ausstellung. Um 15, 16 und 17 Uhr erläutert Bernhard Eder die von ihm konzipierte Ausstellung. Sie kann jedoch den ganzen Nachmittag über auch frei besichtigt werden. Der Zugang zum Ausstellungsraum ist nur von der Marktplatzseite des Rathauses her möglich.

Livemusik ist den ganzen Nachmittag über geboten: Meet the Beat geben den passenden musikalischen Rahmen: Die Formation spielt die Rock'n’Roll-Hits aus den 50er und 60er Jahren. Abends spielt die Blaskapelle den letzten Marsch. Schulkinder werden mit Hilfe der Wasserwacht Breitenfurt Lichterboote einsetzen, die dann Altmühl abwärts hinuntergleiten. Dabei schicken die Schüler ihre Boote mit Wünschen auf die Strecke: Jede Klasse hat einen eigenen Wunsch formuliert, den sie auf die Reise schicken wird. Auch für das leibliche Wohl ist gesorgt.


Eichstaetter Kurier

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