Asyl-Heim in Pfünz
Eichstätt Eichstätt (baj) Bei der Suche nach dezentralen Unterkünften für Asylbewerber ist der Landkreis einen großen und wichtigen Schritt voran gekommen: Es ist ihm gelungen, zwei Objekte anzumieten, die insgesamt 36 Plätze für Asyl suchende Männer, Frauen und Kinder bietet.
Eines ist in Pfünz, das andere in Wettstetten.Lange Zeit sah es so aus, als würde der Landkreis vergeblich suchen. Bereits im Mai und Juni schaltete die Behörde Annoncen in Zeitungen und rief auch via Internet auf, geeignete Objekte zur Verfügung zu stellen. Doch zunächst brachten die Appelle nicht den gewünschten Erfolg.
Dabei geriet der Landkreis unter Zeitdruck. Die Zahl von Menschen, die einen Asylantrag stellen, ist bayernweit nach oben geschnellt. Daher hat die Regierung von Oberbayern das Kontingent erhöht. Der Landkreis Eichstätt ist aufgefordert, insgesamt 112 Plätze zur Verfügung zu stellen. Einen Termin mussten die zuständigen Behörden bereits verstreichen lassen. Nun hat die Regierung eine weitere Frist gestellt. Entsprechende Unterkünfte sollen nun bis zum 20. September bereitstehen. Bislang gibt es nur eine Gemeinschaftsunterkunft im Landkreis: Ein Heim in Denkendorf, das der Caritas gehört und in dem um die 50 Asylbewerber und Asylanten untergebracht sind.
Im Gegensatz dazu strebt der Landkreis dezentrale Unterkünfte an, in denen weniger als 40 Menschen wohnen können. Das scheint jetzt gelungen: In Pfünz wird ein Einfamilienhaus angemietet, in dem 14 Personen untergebracht werden können. Dieses Haus steht ab 15. September zur Verfügung – so jedenfalls lautet die Planung. Beim zweiten Objekt in Wettstetten handelt es sich ebenfalls um ein – größeres – Einfamilienhaus, das Platz für 22 Menschen bieten soll. Hier können – nach jetzigem Stand der Dinge – ab 1. Oktober Asylbewerber einziehen.
Zwar könne der Landkreis sein Soll noch nicht ganz erfüllen, dennoch sei ein großer Schritt in die geforderte Richtung getan, teilten Nathalie Konrad und Maria Seitz, zuständige Abteilungsleiterinnen im Landratsamt Eichstätt, zur aktuellen Situation im Landkreis in einer Pressemitteilung mit. Damit die Asylbewerber nicht auf sich alleine gestellt sind, werden sowohl verwaltende als auch betreuende Fachkräfte für die Versorgung und Fürsorge der Asylbewerber regelmäßig vor Ort sein. Interessenten für eine Beschäftigung im Rahmen der örtlichen Hausverwaltung (Zimmerbelegung, Erstausstattung, Grundversorgung) können sich beim Landratsamt Eichstätt, Telefon (0 84 21) 70-2 14 melden.
Es gibt noch eine weitere Immobilie im Landkreis Eichstätt, die in Frage kommen könnte. Der Besitzer will die Hüttenschänke in Obereichstätt in ein Asylbewerberheim umwandeln (wir berichteten). Da es sich hier jedoch um eine Gemeinschaftsunterkunft handelt, in der knapp 60 Menschen Unterschlupf finden können, verhandelt der Besitzer gleich mit der Regierung.
Von Josef Bartenschlager