12.07.2012 | 18:49 Uhr
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Vom Papier zum Stein

Eichstätt Eichstätt (EK) Er stammt aus einer Künstlerfamilie: Mutter, Großvater und Urgroßvater waren bildende Künstler. So studierte auch Cyril Bihain, 1974 in Brüssel geboren, dort Druckgrafik und Buchillustration. Derzeit ist der Kunstdozent in der Städtischen Lithografrie-Werkstatt zu Gast.

Eichstätt: Vom Papier zum Stein
Konzentrierte Arbeit: Der belgische Gastkünstler Cyril Bihain in der Städtischen Lithografie-Werkstatt - Foto: mkh
Dazwischen liegt ein Stipendium in Japan, wo Cyril Bihain vier Jahre verbrachte, und das ihn in weitere künstlerische Bereiche einführte. Seit 2003 ist er zurück in Brüssel, wo er als Kunstdozent arbeitet. Die in Eichstätt entstehenden Arbeiten zeigt er ab kommenden Freitag, 20. Juli, in den Ausstellungsräumen der Werkstatt.

Bihain wählte als Gastkünstler auch den Film, der heuer bei der interdisziplinären Reihe „Stadt-Film-Bilder“ gezeigt wird. „Andrej Rubljow“ (1969) des russischen Regisseurs Andrej Tarkowski ist ein Film über einen Künstler, der unbeirrt seinen eigenen künstlerischen Weg geht. Und genau deswegen fiel Bihains Wahl auf diesen Film.

Zurzeit beschäftige er sich viel mit Papier, vor allem mit Collagen, und der Zerstörung von Papier, berichtet Bihain. Er sei „mit einem schönen Plan“ hergekommen und versuche nun, vom Papier zum Stein zu kommen. Besonders reize ihn der Arbeitsprozess, der diese Materialien zusammenführe, und weniger das Ergebnis. „Vielfalt, Wiederholung, Bewegung“. Darum gehe es. Und trotz des Titels seiner Ausstellung, „Zwischenraum“, habe er im Grunde kein wirkliches Thema, sondern spiele mit den genannten Motiven und Formen. „Eine Art Spielgarten“ sei es, sagt Bihain. Sehr gerne würde er mit den Steinen nach draußen gehen, wo diese ja herkommen. Doch dafür seien sie einfach zu schwer. Und so versuche er, „draußen nach drinnen“ zu bringen.

Auch für seine Eindrücke von Eichstätt gelte dies. Die lasse er in seine Arbeit in der Werkstatt einfließen. Man kann also gespannt sein auf das, was der Künstler zeigen wird.

Die Ausstellung „Zwischenraum“ von Cyril Bihain wird am Freitag, 20. Juli, um 20 Uhr in der Lithografie-Werkstatt, Pfahlstraße 25, eröffnet. Dort ist sie bis zum 5. August zu sehen, und zwar mittwochs, donnerstags, freitags von 16 bis 18 Uhr und samstags und sonntags von 11 bis 13 Uhr. Der Film „Andrej Rubljow“ wird mit einer Eröffnung von Akos Doma am Samstag, 21. Juli, um 20 Uhr im Jesuitenrefektorium, Eingang Leonrodplatz 3, gezeigt.


Von Michael Kleinherne

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