"Das Burgfest war wie jedes Jahr – einfach spitze"
Hilpoltstein Hilpoltstein (HK) Der letzte Feuerwerkskörper ist verglüht, die letzte Bratwurst gegessen und die letzte Maß über den Tresen gewandert – das Burgfest 2012 ist Geschichte. Festwirt und Schausteller haben gestern eine ebenso positive Bilanz gezogen wie die Stadtverwaltung.

Die Krüge hoch: Wo am Montagabend noch die Burgfestbesucher voller Vergnügen ihre Maßen in die Höhe stemmten, rücken schon am Dienstagmorgen die Arbeiter mit ihren Gabelstaplern an, um die in Kisten verstauten Krüge mit dem Lastwagen abzutransportieren. - Foto: Holland
Ein weiteres Problem sei, wie jedes Jahr, die Lautstärke im Festzelt gewesen. „Die Bands wollen natürlich zeigen, was sie können. Oft wird dann versucht, auch durch Lautstärke Stimmung zu machen.“ Deswegen werde es wohl noch die ein oder andere Beschwerde geben, vermutet Schlögl. Im Großen und Ganzen sei es auf dem Burgfest aber ruhig und friedlich gewesen. „Ein großes Lob an das Hilpoltsteiner Publikum“, sagt der Festwirt.
Eröffnung Burgfest Hilpoltstein
Burgfest Hilpoltstein Trödelmarkt
Burgfest Festzug Hilpoltstein
Mit leichten Einbußen rechnet dagegen Adam Kunstmann, der Betreiber des Autoscooters. „Ich schätze, dass unsere Burgfest-Bilanz etwas schlechter ausfällt als letztes Jahr. Ein paar Prozent vielleicht.“ Das liegt laut Kunstmann einerseits am schlechten Wetter am Montag, andererseits aber auch daran, dass die Jugendlichen heutzutage ihr Geld lieber in Alkohol statt in Fahrspaß stecken.
„Es wird immer schlimmer. So viele Weinflaschen wie heuer habe ich noch nie auf dem Boden vor den Fahrgeschäften herumliegen sehen“, stellt Kunstmann fest, der den Autoscooter beim Burgfest seit nunmehr 42 Jahren betreibt. „So gut wie in den besten Zeiten, also vor ungefähr 15 Jahren, ist es natürlich schon lange nicht mehr“, bedauert er. Trotzdem laufe das Burgfest seit Jahren beständig und von den drei Großveranstaltungen in der Umgebung, die er mit seinem Fahrgeschäft besucht – Burgfest, Allersberger Kirchweih und Rother Kirchweih – immer noch das Fest, das den meisten Umsatz bringe. „Auch wenn Allers-berg immer mehr aufholt“, wie Kunstmann anfügt. Insgesamt zufrieden ist auch Andreas Haubner, der am Burgfest die beiden Nachtmann-Imbissbuden betriebt, trotz des schlechten Wetters am letzten Tag. „Der Umsatz war im Vergleich zu den Vorjahren unverändert gut.“ Allerdings sieht er einen Trend weg von den Bratwürsten hin zu Ham- und Cheeseburgern. Was ihm außerdem auffällt, ist ein Rückgang bei den Familien. „Immer weniger Eltern besuchen mit ihren kleinen Kindern das Burgfest.“
„Insgesamt gesehen war es aber auch heuer ein voller Erfolg“, sagt Herbert Walter, der sein erstes Burgfest im Amt des Geschäftsleitenden Beamten erlebte. „Die Stadt war vier Tage lang voll mit Leuten und guter Stimmung.“ Da komme es dann gar nicht so sehr auf das Erreichen neuer Umsatzrekorde an. „Wichtig ist, dass die Leute wieder mit Herz und Seele dabei gewesen sind. Das Burgfest lebt von den Menschen.“
Und diese Menschen machen es Walter auch leicht, die Nachfolge von Franz Stadler als Burg-fest-Verantwortlicher der Stadt anzutreten. „Die meisten Dinge rund um das Fest laufen ja fast von selbst. Da gibt es so viele Ehrenamtliche, die ganz genau wissen, was zu tun ist.“ Des-halb sieht Walter auch keine große Notwendigkeit, um an be-währten Abläufen zu rütteln. Und die kleinen Neuerungen, die es in diesem Jahr gab, haben aus seiner Sicht gleich voll eingeschlagen. „Die Kutsche für die Gräfin ist am Freitag genauso gut angekommen wie der offizielle Anstich im Festzelt.“
Zu einem echten Geheimtipp habe sich dann am Samstag der Residenzgarten entwickelt. „Da konnten sich die Leute in aller Ruhe mal hinsetzen. Und die Probe der Fanfarenbläser hat dann für eine tolle Atmosphäre gesorgt.“ Selbst dem schlechten Wetter am Montag konnte Herbert Walter noch eine gute Seite abgewinnen. „Ich sage immer, wenn es beim Burgfest regnen muss, dann bitte erst am Montag. Und eigentlich ist es doch umso schöner, wenn die Vorhersage für das Wochenende schlecht ist und das Wetter dann umso länger hält.“
So musste sich der Geschäftsleitende Beamte an diesem Burgfestwochenende nur darüber ärgern, dass die Internetseite der Stadt teilweise ausgefallen war. Die Busfahrpläne, das Festprogramm und einige weitere Artikel konnten teilweise erst gestern wieder aufgerufen werden.
Von David Holland und Jochen Münch