03.08.2012 | 18:44 Uhr
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Mit der Rikscha nach Hause

Hilpoltstein Hilpoltstein (HK) Das hat es beim Hilpoltsteiner Burgfest noch nicht gegeben: Einen Rikschafahrer, der einen nach dem Besuch des Trödelmarkts, des Festzugs, des Sautrogrennens oder des Bierzelts sanft nach Hause schaukelt. Der Hilpoltsteiner Florian Dalles (30) hat sich ein giftgrünes Gefährt ausgeliehen und wird noch bis Montag im Stadtgebiet unterwegs sein.

Hilpoltstein: Mit der Rikscha nach Hause
Probefahrt: Noch bis zum Burgfestmontag ist Florian Dalles (links) als Rikschafahrer im Hilpoltsteiner Stadtgebiet unterwegs - Foto: Meyer
Wer möchte, kann die Burgfestrikscha morgens ab 10 Uhr per Telefon unter der Nummer (0160) 99 85 35 16 bestellen oder im Vorbeifahren heranwinken. Und wann ist Feierabend? „Das geht bis in die Puppen“, antwortet Dalles gelassen. Er wird genauso lange unterwegs sein wie die feierwütigen Hilpoltsteiner. Und die sind bekanntlich ausdauernd.

Florian Dalles ist ein begeisterter Radfahrer. Jeden Tag radelt der Werbefachwirt die zwölf Kilometer zu seiner Arbeitsstelle in Mörsdorf. Er muss zwar dienstlich oft in einen Wagen steigen, aber privat lebt er autofrei. „Ich habe kein Auto und will auch keines besitzen.“ Überhaupt findet der Hilpoltsteiner Straßen ohne Autos viel schöner. „Warum soll man immer Lärm und Dreck machen, wenn doch der menschliche Körper der sauberste Motor ist und das Fahrrad eine geniale Erfindung“, fragt er rhetorisch.

Am Burgfest eine Rikscha zu kutschieren, war zunächst eine „Spaßidee“, wie Dalles bekennt. „Wir haben erst darüber gelacht.“ Mit seiner Schwester Luise, einer Architekturstudentin, habe er sich über eine Stadt der Zukunft unterhalten, die Fußgängern und eben auch Radfahrern den Vortritt lässt. Ein paar Tage später kam er an einem Fahrradladen in Ansbach vorbei, dort lag der Flyer des Rikschabesitzers, den Dalles schließlich überredete, ihm das Gefährt für das Burgfestwochenende zu vermieten.

Wer mitfahren möchte, zahlt als Grundpreis drei Euro sowie pro Viertelstunde Fahrt 2,50 Euro pro Person. Den Verdienst („Sofern überhaupt etwas übrig bleibt“) steckt Dalles in die Verwirklichung eines lang ersehnten Traums: Er will in genau einem Jahr mit dem Fahrrad in das 11 000 Kilometer entfernte Tibet reisen. „Über Griechenland, Türkei, Iran, Pakistan, Indien und schon ist man da“, sagt Dalles zuversichtlich. Sein Chef habe für den sechsmonatigen Ausstieg schon sein Okay gegeben.

„Tibet ist schon lange ein Sehnsuchtsziel von mir, das ich aber bisher nur aus Büchern und Filmen kenne“, erzählt Dalles. Jetzt muss er aber erst einmal ein Wochenende lang durch die vielen Straßen Hilpoltsteins kreuzen.

 


Von Monika Meyer

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