28.08.2012 | 18:45 Uhr
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Verborgene Schätze

Greding Greding (HK) Man vermutet es kaum: Nicht weniger als 250 Kleindenkmäler finden sich im Gemeindegebiet von Greding – eine Vielzahl, wie es sie kaum in benachbarten Kommunen gibt. Man stößt auf sie in der Stadt und in den vielen Dörfern, gut sichtbar, teils aber versteckt, ja verborgen.

Greding: Verborgene Schätze
Nach der Reinigung ist die Schrift auf der Steinsäule gut lesbar.
Und es werden immer mehr.

Einige Menschen, die ihre Heimat kennen wie die eigene Hosentasche, entdecken immer wieder Kleindenkmäler und geben ihr umfangreiches Wissen preis. Einer, dem die Heimat und die Natur seit Jahren am Herzen liegen, ist Edwin Brettner aus Greding. Bei einem Rundgang mit Otto Heiß verwies er auf die Trümmer eines ehedem großen Steinkreuzes unter einer Linde am höchsten Punkt an der Kreisstraße nach Röckenhofen, unweit der Abzweigung nach Herrnsberg. Allerdings ist nur noch der Steinsockel vorhanden. Über die Geschichte dieses Flurdenkmals ist nichts bekannt.

Am alten Fußweg von Greding nach Kaising, links von der Kreisstraße, etwa 100 Meter vor der Abzweigung des Waldweges zum „Himmelreich“, findet sich an einer etwa 80 Jahre alten Fichte ein sogenanntes „Baumbild“. Das etwa 30 mal 20 Zentimeter große Blechbild ist verrostet. Man erkennt jedoch Reste eines Bildes, auf dem das Fegefeuer dargestellt ist. Darunter die Schrift: „Herr erbarme dich unser“. Es wäre schön, wenn sich jemand finden würde, der sich um die Erneuerung kümmert, meint Otto Heiß.

\tEine Besonderheit stellt das einen Meter hohe und schlanke Steindenkmal in Kaising in der Waldabteilung „Nacht“ dar. Es steht etwa 200 Meter links von der Weggabelung im Wald. Die Steinsäule ist handwerklich sauber gearbeitet. Und trotz ihrer fast 100 Jahre lässt sich die Inschrift noch lesen. Otto Heiß hat sie inzwischen auch gereinigt. Die Inschrift lautet: „Heilige Mutter Anna bitt für uns. Errichtet von Johann und Anna Kätzlmeier, Ökonomseheleute in Kaising. 1913.“ Dunkle Flecken im oberen Feld des Kleindenkmals lassen vermuten, dass sich hier ein Bild der Heiligen Mutter Anna befunden hat.

Rückfragen bei Kaisinger Bürgern ergaben, dass die vorgenannten Eheleute ein Anwesen in Kaising besaßen. Das Anwesen wurde allerdings abgerissen. Die Familie existiert nicht mehr. Häufig haben Menschen zur Verehrung von Heiligen derartige Flurdenkmäler errichtet. In diese Gattung gehört das Denkmal Kätzlmeier.


Hilpoltsteiner Kurier

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