Verpasste Chance
Zum Bericht „Nur noch kleine Zipfel auf der Karte“ (HK vom Samstag, 14./15. Juli 2012):
Bei der Entscheidungsfindung des Hilpoltsteiner Stadtrats zum Thema möglicher Windkraftstandorte war ich vom Ergebnis überrascht. Übrig blieben drei kleine Flächen, von denen eine, in einem Waldstück gelegen, aus naturschutzfachlichen Gründen (Lehrpfad und alter Baumbestand) kaum in Frage kommen dürfte. Und das, nachdem alle Fraktionen sich vor der Entscheidung beim Regionalmanager Schaller für seine Analyse der Möglichkeiten bedankten, wie eine künftig dezentrale und weitgehend regenerative Energieversorgung auf dem Stadtgebiet realisiert werden kann. Eingerechnet als wichtige Eckpfeiler waren dabei drei bis fünf Windräder.Die Mehrheit im Stadtrat verharrte auf dem 1000-Meter-Abstands-Argument, das im Norden unsinnig und im Osten nur in Einzelfällen stimmig ist. Allerdings lässt sich diese Haltung in der Öffentlichkeit gut verkaufen und man muss sich nicht auf Erklärungen einlassen.
Verpasst wurde auch die Chance, ein Zeichen Richtung Energiewende zu setzen. Die Bürgerversammlung in Meckenhausen, die emotional und überaus sachlich geführt wurde, zeigte beispielhaft, dass vielen Bürgern die Notwendigkeit einer alternativen Energieversorgung klar ist. Von einer Einstellung „Energiewende ja, aber nicht vor meiner Haustür“ war wenig zu spüren. Schade, dass dieses Bewusstsein aufseiten der Mehrheit des Stadtrats keine Entsprechung gefunden hat.
Frank Lehner
Jahrsdorf