Tatort in 3-D
Ingolstadt (DK) Tag fünf nach dem Gewaltverbrechen an Helmut P. und noch immer nicht der Hauch einer Spur vom Täter – so lässt sich der Sachstand nach der Bluttat vom vergangenen Montag im Südostviertel zusammenfassen. „Es gibt leider nichts Neues“, sagte Polizeisprecher Ulrich Pöpsel beinahe schon resigniert.
Ich wünschte, ich könnte etwas anderes melden. Der 67-jährige Rentner aus der Hollarstraße war, wie mehrfach berichtet, von zwei Nachbarn tot in seinem Wohnzimmer aufgefunden worden, um ihn herum war alles voller Blut. Er war seinen Kopfverletzungen erlegen, die ihm ein Unbekannter zugefügt hatte. Die Todesschreie waren nebenan zu hören gewesen.Einer der Nachbarn hatte den Täter noch flüchten sehen – einen 35 bis 45 Jahre alten Mann mit kurzen, dunkelblonden Haaren und Blutspritzern im Gesicht. Der Gesuchte soll außerdem einen roten Fleck über dem rechten Auge gehabt haben. Ob es sich dabei um ein Feuermal, die Folgen eines Stoßes oder getrocknetes Blut handelte, ist offen. „Das kann ich nicht mit Bestimmtheit sagen“, erklärte der Zeuge.
„Einen brauchbaren Hinweis aus der Bevölkerung haben wir bisher nicht bekommen“, bedauerte Pöpsel. Gestern ließ die Kripo den Tatort mit einer 3D-Kamera dokumentieren. „Das hilft uns bei einer späteren Rekonstruktion der Tat und bei der Beweisführung. So etwas ist auch vor Gericht verwertbar.“ Ansonsten laufe die Analyse der sichergestellten Spuren, in der Hoffnung, doch noch einen Hinweis auf einen Tatverdächtigen zu erhalten. Dabei werden auch alle persönlichen Kontakte des getöteten Rentners „abgeklopft“. Der 67-Jährige galt als sozial überaus engagierter und hilfsbereiter Nachbar, der den Kontakt mit anderen suchte. In seine Wohnung ließ er jedoch kaum jemanden. Umso mehr verwundert die rätselhafte Bluttat.
Von Horst Richter