Flusstouristen legen mal kurz an
Ingolstadt Ingolstadt (DK) Die Ulmer Schachtel ist heuer schon durch, einige Kanuten sind alle Tage mal unterwegs und nichts Aufregendes – aber ein Floß? Das ist im Oberlauf und auch im hiesigen Abschnitt der Donau immer noch etwas Besonderes. Insofern hatten sieben Floßfahrer aus dem Breisgau, die am Freitag mit ihrem Wasservehikel an den Uferstufen südlich des Stadttheaters festgemacht hatten, die volle Aufmerksamkeit etlicher Ingolstädter Spaziergänger.

Landgang in Ingolstadt: Auf ihrer Reise die Donau hinunter hatten der Freiburger Wolfgang Henhappl (hinten) und seine Mitfahrer am Freitag Station an den Uferstufen beim Theater gemacht - Foto: Heimerl
Das Floß ist „Marke Eigenbau“ und aus industriell gefertigten Pontonblöcken zusammengesetzt. „Gleich bei der ersten Schleuse waren wir zu breit und mussten schnell umbauen“, verrät der „Skipper“, der die Fahrt seinen Kindern zuliebe unternommen hat: „Ich hab’ das als Pfadfinder schon mal gemacht und ihnen das irgendwann mal erzählt.“ Keine Frage, dass er anschließend eine Verpflichtung mehr hatte.
Kleine Landgänge hat es während der Flussfahrt fast täglich gegeben; in Ingolstadt reichte es auch für einen Einkaufsbummel. Am Abend sollte es dann noch weiter nach Vohburg gehen, bevor übers Wochenende die letzte Etappe mit der eindrucksvollen Fahrt vorbei an Kloster Weltenburg und durch den Donaudurchbruch ansteht.
„Das ist völlig entspannend“, beschreibt Mitfahrerin Silke Lang, die mit ihrem Mann, Sohn und Tochter diesen wirklich alternativen Urlaub genießt, die Lage an Bord. „Die Menschen sind überall so freundlich“, ergänzt Wolfgang Henhappl; ein Schleusenwärter habe sich tatsächlich noch zu weit vorgerückter Stunde ohne Murren mit den Flusstouristen abgegeben. Gut möglich, dass sie dieselbe Strecke nächstes Jahr noch einmal fahren werden.
Von Bernd Heimerl