28.08.2012 | 18:46 Uhr
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Die Guten ins Töpfchen

Kasing Kasing (DK) Mit einem Korb auf dem Arm auf Apfelbäume klettern, den Korb füllen und mühsam wieder nach unten steigen: Diese Zeiten sind auf dem Canisiushof bei Kasing längst vorbei. Dort hat jetzt die Apfelernte begonnen. Ein Selbstversuch.

Kasing: Die Guten ins Töpfchen
Die Apfelernte auf dem Canisiushof bei Kasing hat begonnen. Fleißig pflücken Juniorchef Johannes Schmid, sein Neffe Sebastian (10) und Marion Wenzl das Obst - Foto: Mackle
Es ist heiß in der großen Obstanlage. Gepflückt werden müssen die Äpfel der Sorte Delbar aber trotzdem – Frühäpfel sind eben schon im August reif. Davon gibt es auf dem Canisiushof momentan nur zwei Arten, die übrigen 13 Sorten können erst ab September geerntet werden.

Juniorchef Johannes Schmid holt eine große Kiste und spannt sie auf einen Hubwagen. Dann wird das Gefährt zu den Baumreihen mit den Äpfeln gezogen. Zwei Körbe sind an den Seitenkanten der großen Kiste angebracht. In die Körbe werden die gepflückten Äpfel gelegt – und wenn die voll sind, vorsichtig in die große Kiste ausgeleert.

Die Apfelbaumreihen auf dem Obstbaubetrieb sehen aus wie mehrere, kleine Alleen nebeneinander. Schade nur, dass die rund 2,50 Meter hohen Bäume keinen Schatten spenden. So müssen die Früchte in der Sonne geerntet werden.

„Die Äpfel muss man behandeln wie rohe Eier“, meint Johannes Schmid. Aus mehreren Metern in die Körbe werfen sollte man sie also besser nicht. „Die gelben und roten Äpfel sind reif, die werden gepflückt“, erklärt Schmid und nimmt einen gelbroten Apfel vom Baum.

Die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen? Nicht ganz. Schmid: „Die grünen Äpfel brauchen noch. Die sind erst beim nächsten Durchgang dran.“

Drei oder vier Durchgänge gibt es bei jeder Ernte. Im Abstand von mehreren Tagen immer die gleiche Prozedur: Mit dem Wagen durch die Baumreihen fahren, die reifen Äpfel ins Körbchen legen, die noch grünen am Strauch lassen, bis beim letzten Durchgang alle Delbar-Äpfel gepflückt sind.

Während Schmids Neffe Sebastian (10) den Wagen immer weiter durch die Baumreihe zieht, pflücken Johannes Schmid und seine Freundin Marion Wenzl fleißig das reife Obst. „An die oberen Äpfel kommen wir so nicht ran“, sagt Marion und zeigt auf die Äpfel, die ganz oben auf den Bäumen wachsen. „Dafür brauchen wir die Hebebühne.“ Die wird dann genau wie der Hubwagen mit der Kiste durch die Reihen gefahren. Der Vorteil dabei: Die Äpfel können von einem Plateau aus „gebrockt“ werden.

Nach einer Stunde sind Schmidt, seine Freundin und „Ferienjobber“ Sebastian am Ende der „Apfelallee“ angekommen. Doch die Kiste ist noch nicht ganz voll mit dem fein-säuerlichen Obst. Deswegen wird sie mit dem Bulldog zum Ausgangspunkt gebracht. Weiter geht's mit der Baumreihe daneben. Wieder werden die reifen Äpfel gepflückt und in die Kiste gelegt. Nach der Hälfte der zweiten Reihe ist sie voll.

Gut, denn langsam schwitzt man in der Mittagssonne. Da kommt es gerade recht, dass die Äpfel – über drei Kilo sind zusammengekommen – jetzt in die Kühlhalle des Canisiushofs gebracht werden müssen. Dort werden sie gelagert, bis sie ab Anfang September verkauft werden.


Von Julia Mackle

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