17.08.2012 | 17:44 Uhr
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Flüchtlinge leiden unter erzwungener Untätigkeit

Eichstätt (EIH) Denkendorf (EK) Das Nichtstun zermürbt. Herumsitzen, herumlaufen, miteinander plaudern. Eine sinnvolle Tätigkeit: Fehlanzeige. Abwechslung bieten allenfalls der Termin bei einer Behörde oder ein Ausflug mit dem Rad. Der Tag verliert seine Struktur, Nerven liegen blank. Manche leben seit Jahren so.

Das Asylbewerberheim in Denkendorf macht einen soliden Eindruck: Das Gebäude ist in gutem Zustand, die Räume sauber, die Küche picobello, die Sanitäranlagen in Schuss. Überall im Haus finden sich mit lustigen Zwergenmotiven verzierte Kacheln – einst betrieb die Caritas hier ein Müttergenesungsheim. Die Situation für die meisten Asylbewerber und Asylanten ist dennoch bedrückend. Lisa Mödl kann ein Lied davon singen. Die studierte Sozialwissenschaftlerin ist bei der Caritas beschäftigt und arbeitet im Asylbewerberheim in der sozialen Beratung. 25 Stunden pro Woche ist sie vor Ort und unterstützt die Bewohner in allen Lebenslagen: „Ich begleite sie während des Verfahrens, halte Kontakt zu Behörden oder organisiere Arztbesuche“, umreißt Lisa Mödl ihre Aufgaben. Die Verständigung ist teilweise mühsam, klappt aber. Einige sprechen Deutsch, andere Englisch, Mödl hat sich ein paar Sätze Farsi angeeignet, in ihrem Büro stehen Wörterbücher, manchmal braucht sie einen Dolmetscher, und wenn alles nichts hilft, dann muss es „mit Händen und Füßen“ funktionieren.

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Josef Bartenschlager

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