08.08.2012 | 16:08 Uhr
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Überraschung: Spitalbrücke einst ein riesiges Bauwerk

Eichstätt (EIH) ) Überraschung bei den Bauarbeiten der Stadtwerke: Im Vorfeld der Spitalbrücke sind im Untergrund Fundamente und steinerne Bögen der uralten Altmühlbrücke aufgetaucht. Sie beweisen, dass die Brücke über die Altmühl einst viel gewaltigere Dimensionen hatte als bisher bekannt war.

Eichstätt: Überraschung: Spitalbrücke einst ein riesiges Bauwerk
Bild: Auer Arbeiten vor grandioser Kulisse: Mit Blick auf das Westportal des Doms graben Archäologen neben dem Spital-Altbautrakt in der aufgebaggerten Straße. Rechts sind deutlich Reste der alten Brücke zu erkennen – weit vom heutigen Brückenbeginn entfernt.
Kreisheimatpfleger Karl-Heinz Rieder, selbst Archäologe, ist absolut begeistert von der Entdeckung. Ihm sei zwar bewusst gewesen, dass im Untergrund Reste der alten Brücke stecken könnten, aber das Ausmaß der Brücke und auch die Qualität der Erhaltung war so nicht erwartet worden.

Die Stadtwerke, die in der aufgebaggerten Straße gerade eine Mittelspannungsleitung und die Fernwärmerohre zum Anschluss des Heilig-Geist-Spitals verlegen, hatten, wie üblich bei solchen Maßnahmen die Denkmalpflege eingebunden. Folglich beobachtete Michael Hümmer von der Grabungsfirma Kant aus Ingolstadt die Baggerarbeiten.

Etwa in Höhe der Bäckerei Schneller kam in über einem Meter Tiefe eine gepflasterte Straße zum Vorschein: Und diese Straße mündete in ein massives Mauerfundament, zweieinhalb Meter breit: den Ansatz der alten steinernen Brücke. 30 Meter von der heutigen Spitalbrücke entfernt.

Schnell zeigte sich, dass an der Altmühl zugewandten Seite des Fundaments ein steinerner Bogen ansetzte. Der Auftakt der alten Brücke war gefunden. Und weiter stadteinwärts folgt der Rest eines weiteren, noch größeren Bogens.

Die Joche der Brücke wuchsen also, je zur Flussmitte hin: Typisch für solche mittelalterlichen Bauwerke. Nach Aussage des Kreisheimatpflegers hatte die Brücke ursprünglich "mindestens sechs Joche". Auf historischen Darstellungen sind es nur noch zwei. Die alte steinerne Brücke, die mindestens auf Bischof Gundekar II (1057 bis 1075) zurückgeht, war 1880 wegen Baufälligkeit abgebrochen worden.

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Richard Auer

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