"Kein Killer der Wertstoffhöfe"
Neuburg Neuburg (r) Die gelbe Abfalltonne soll noch heuer an die Haushalte im Landkreis geliefert werden. Werkleiter Franz Josef Simon will die Behälter im Dezember vor Ort haben, um zeitgerecht im Januar starten zu können. Eine Abfuhrfirma steht bereits fest, Entsorger DSD hält den Namen noch zurück.
Der Landkreis selbst sucht ebenfalls Abfuhrbetriebe. Im Falle der Papiertonne will man mit Gigler aus Schrobenhausen kooperieren. Die Firma entsorgt seit vier Jahren das Altpapier der Hälfte aller Neuburg-Schrobenhausener Haushalte zuverlässig in Eigenregie. Die Abfuhr der kommunalen Papiertonne muss allerdings europaweit ausgeschrieben werden. Zur Handhabung der verzwickten Angelegenheit haben sich die Kreisvertreter ein Rechtsgutachten bestellt.Auch die Leerung der Restmülltonne wird zum 1. Januar 2013 neu ausgeschrieben. Werkleiter Franz Josef Simon wünscht sich einen neuen Partner, weil er mit der laufenden Abfuhr nicht zufrieden ist. „Es gibt viele Beschwerden“, erklärte Simon im Werkausschuss. „Wegen Schlechtleistung“ habe er Teilhonorare zurückbehalten. Die Abfuhrfirma hat daraufhin die Kreisbetriebe verklagt. Michael Schmidl und Karl Mosch gefällt diese Eskalation nicht. Ihnen seien keine Beschwerden bekannt, „die Firma ist doch in Ordnung“.
Sperrmüll in den Ofen
Bei der Vermarktung des Altpapiers will der Landkreis Neuburg-Schrobenhausen künftig mit Pfaffenhofen zusammenarbeiten. Den abgelieferten Sperrmüll entsorgen die Abfall-Kreisbetriebe nicht mehr in Eigenregie sondern über die Müllverbrennungsanlage in Ingolstadt-Mailing. Der Zweckverband MVA benötige jetzt jeden Brennstoff, so Simon, „und dieses Angebot nutzen wir jetzt“. „Die blauen und gelben Tonnen kommen“, stellte Landrat Roland Weigert fest. Es könne Anlaufprobleme geben, aber das Müllsystem werde jetzt geändert und verbessert. Schelte wegen der Reduzierung von Wertstoffhöfen wies er zurück. Die jüngste Diskussion in Schrobenhausen sei dem Wahlkampf dort geschuldet.
Wenn die gelbe Tonne in ganz Deutschland laufe, „dann geht das auch bei uns“. Eine maßvolle Reduzierung der Wertstoffhöfe sei normal, so der Landrat, „das passiert täglich in der Wirtschaft“. Schuldzuweisungen, er sei „der Killer der Arbeitsplätze von Wertstoffhofbetreuern“, lässt Roland Weigert nicht gelten. Man werde die Stellen sozialverträglich abbauen, außerdem gebe es derzeit für 400-Euro-Kräfte ausreichend andere Beschäftigungsmöglichkeiten. Für den Landrat ist es „Unsinn, so zu tun, als würde das Wohl und Wehe einer Kommune von Wertstoffhöfen abhängen“.
Gebühren sind stabil
Andere Mandatsträger verwiesen auf die Mehrheitsentscheidung des Kreistages, die gelbe Tonne einzuführen. „Das muss man jetzt demokratisch akzeptieren“, so die FW-Räte Gerhard Märtl und Maria Lang. Im Übrigen habe das Bayerische Landesamt für Umweltschutz die Effizienz der Wertstofftonne bestätigt, so Büroleiter Willi Riß. Über die Müllgebühren bräuchten sich die Landkreisbürger überhaupt nicht zu sorgen: „Die Gebühren bleiben mindestens drei Jahre stabil“.
Von Winfried Rein
