"So ein Fass will ich nicht mehr haben"
Neuburg Neuburg (r) So gut war der Volksfestauftakt selten zuvor: Gleich an den ersten drei Tagen strömten etwa 25 000 Gäste zur „Wiesn“ im Ostend. Vor allem Freitagabend schoben sich Menschenmassen über den Rummelplatz, auch das leicht unterkühlte Wochenende war bestens besucht.
Marktreferent Peter Segeth: „So kann es weitergehen“. Das Fest dauert bis einschließlich Sonntag.Die Qualität eines Volksfestes bemisst sich nicht allein in Besuchern und Hektolitern, sondern auch an der Stimmung und am friedlichen Ablauf. Die Neuburger Polizei meldete bisher keinen einzigen ernsthaften Zwischenfall. Bei zwei nächtlichen Alkoholkontrollen blieb kaum ein Autofahrer „hängen“. Nur in der Monheimer Straße musste ein 50-jähriger Autofahrer aus Neuburg mit 0,6 Promille seinen Wagen stehenlassen.
Das beleuchtete Riesenrad weist weithin auf den Neuburger Rummelplatz hin. Der Betreiber war Wunschkandidat der Stadt Neuburg, wünscht sich aber ein bisschen mehr Publikum. Stammgäste wie Edmund Diebold (Autoscooter), Christian Fahrenschon (Jackpot) oder Jürgen Sgraja (Wellenflug) zeigen sich zufrieden mit der Frequenz. Oberbürgermeister Bernhard Gmehling lud alle 42 Schausteller mit Familien zum Weißwurstessen ins Lanzl-Zelt ein. Er bedankte sich beim Ehepaar Heinzlmeir für 30 Jahre Treue zum Volksfest, bei den Schaustellern für die Einladung der Kinder aus dem Asyllager und bei Moderator Klaus Benz („Er kämpft sich immer durch“) für dessen Einsatz beim städtischen Volksfest.
„So ein Fass will ich nicht mehr“. Diese Botschaft schickte der Oberbürgermeister an die Juliusbrauerei, nachdem beim Anzapfen zum Auftakt der hölzerne Zapfring (Schrödl) gebrochen war. Der Messinghahn saß nach vier, fünf Schlägen, doch dann musste Georg Lanzl den unkontrollierten Bierfluss stoppen. „Vielleicht war’s ein bisschen zuviel Kohlensäure“, vermutet der Festwirt. Insgesamt passte den Konsumenten das Festbier, gegen die Lautstärke der Musikkapellen – zum Beispiel am Freitag mit den „Oberhausener Straßenmusikanten“ kommt man sowieso nicht mehr an.
„Warum gibt es kein Feuerwerk mehr“, fragte Schausteller Josef Eberhard die Vertreter des Marktausschusses. Nachdem man die Raketen wegen der hohen Bäume am Festplatz kaum mehr sehe, „ist das Feuerwerk irgendwie kontraproduktiv“ findet Marktreferent Peter Segeth. Es gehe auch ums Sparen. OB Gmehling: „Entweder man macht ein großes Brillant-Höhenfeuerwerk oder man macht gar nichts“. Immerhin haben die Feuerwerke zuletzt über 4000 Euro gekostet. Der Feuerzauber fiel nicht allzulang aus, aber das Finale war stets beeindruckend. Früher war der Feuerwerksabend ein Magnet, „da gingen uns immer die Maßkrüge aus“, erinnert sich Festwirt Georg Lanzl. Heuer bleiben seine Besucher Mittwochabend im Zelt. Dort spielt die Band „Chlorfrei“.
Von Winfried Rein
