12.07.2012 | 18:49 Uhr
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Windkraft nur in fünf Gemeinden möglich

Neuburg Neuburg (r) Immerhin 15 Prozent der im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen verbrauchten Energie wird regenerativ erzeugt. Diesen Anteil weist jedenfalls der neue Energieatlas aus. Die ersten Ergebnisse hörten die Mandatsinhaber gestern im Kreisausschuss.

Neuburg: Windkraft nur in fünf Gemeinden möglich
 
Die Gutachter sehen in Wind- und Solarenergie ein erhebliches Potenzial für die Kreisgemeinden – allerdings mit erheblichen Einschränkungen. So erkennt das Büro Zreu (Regensburg) nur in den Gemeinden Gachenbach, Aresing, Waidhofen, Burgheim und Rennertshofen vernünftige Standorte für neue Windkraftanlagen. Ehekirchen, wo am meisten über Windkraft diskutiert wird, ist nicht dabei.

Für die Standorte sind Geländehöhen, Windertrag und Abstände zu Siedlungen entscheidend. „Leider schränkt die militärische Luftsicherheit weite Teile des Kreisgebietes für Windkraftnutzung ein“, weiß Zreu-Geschäftsführer Josef Konradl. Windräder mit weniger als 100 Metern Nabenhöhe stellt heute kein Investor mehr auf. SPD-Kreisrat Anton Krammer meint, dass eine Bürgergenossenschaft „vielleicht mit geringerer Rendite zufrieden ist“.

Insgesamt sieht das Gutachterbüro bei der Windkraft ein Potenzial von rund 200 000 Megawattstunden jährlich und weitere 300 000 MWh bei „erschöpfender Ausnutzung der Solarenergie im Landkreis“.

Interessant sei die Nutzung von Solarthermie. Die Sachverständigen legen sich hier auf ein mögliches Ausbaupotenzial von 55 000 Megawattstunden jährlich fest. Im Neuburger Stadtgebiet ist diese Nutzung über Dachflächen naturgemäß am stärksten ausgeprägt.

Oberbürgermeister Bernhard Gmehling wies auf das ehrgeizige Fernwärmeprojekt der Stadtwerke Neuburg hin. „Sehr zukunftsträchtig“, meinte dazu Gutachter Konradl, allerdings seien hier Regionen wie Rhein-Neckar schon erheblich weiter. Die Wärme aus der Tiefe zu nutzen (Geothermie) sei insbesondere in der Landkreismitte und im Süden günstig. Die Energiegutachter haben bisher Daten von den 18 Gemeinden eingeholt und „100 Prozent Rücklauf“ erzielt. Nächster Schritt sei die Analyse der privaten Haushalte und des Verkehrs. „Wir wollen sehen, wohin die Reise geht“, so Landrat Roland Weigert. Der Energieatlas sei lokal ausgerichtet, sodass alle 18 Gemeinden davon profitieren könnten. Die Arbeit soll bis Oktober fertig sein.

Bei der bestehenden Nutzung erneuerbarer Energien liegen Ehekirchen (3,3 Megawatt Leistung), Berg im Gau (2,5), Brunnen (2,4) Gachenbach (2,4), Bergheim (2,1) und Burgheim (2) vorne. Insgesamt errechnen die Gutachter 93 000 Megawattstunden Strom, die jedes Jahr im Landkreis ökologisch erzeugt werden.

Der absolute Löwenanteil des über die EEG-Regelung eingespeisten Stroms kommt von Photovoltaikanlagen. „Marktführer“ bei der Windkraft ist Burgheim mit drei Anlagen, bei der Biogaserzeugung Bergheim mit einer Großanlage.

Über 50 Prozent der im Landkreis verbrauchten Energie entfällt auf Industriebetriebe. „Wenn der Landkreis hier Veränderungen anstrebt, muss er die Betriebe mit einbeziehen“, fordern die Gutachter. Beim Strom- und Wärmeverbrauch der öffentlichen Einrichtungen ist die Kreisstadt Neuburg erwartungsgemäß führend: Auf sie entfallen rund drei Viertel der verbrauchten Gesamtmenge.

 


Von Winfried Rein
 
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