Geringe Beute, hoher Schaden
Pfaffenhofen Pfaffenhofen (PK) Aufgebrochene Türen, eingeschlagene Fenster, geklaute Kassen: Vereinsheime werden immer wieder von Einbrechern heimgesucht. In der Nacht auf Dienstag waren Ilmmünster und Reichertshausen betroffen. Die Bilanz der Polizei ist stets ähnlich: geringe Beute, hoher Schaden.

Aufgebrochene Innentüren zwischen den Umkleiden: Im Sportheim des SV Ilmmünster richteten die Täter über 10 000 Euro Schaden an, konnten sich aber allenfalls Beute im Wert von 1000 Euro unter den Nagel reißen - Fotos: Ermert
Danach nahmen sie sich die Räume des Schützenvereins Frohsinn Ilmmünster vor. Nachdem sie alle Türen und Schränke aufgebrochen hatten, schleppten sie einen Möbeltresor rund 300 Meter weit in ein Getreidefeld, um ihn dort zu knacken. Mit den Schlüsseln, die die Täter darin fanden, öffneten sie den Waffenschrank. „Weder Munition noch Waffen fehlen allerdings“, versichert Polizeisprecher Ludwig Walter. Die Beute summiert sich auf knapp 1000 Euro, der Schaden beträgt über 10 000 Euro.
Vermutlich dieselben Täter drangen kurz danach in das Tennisheim des TC Reichertshausen ein – und verursachten einen Schaden von weiteren 1000 Euro. Wirklich rentiert hat sich dieser zweite Coup für die Einbrecher nicht. Nur 70 Euro haben sie aus der Getränkekasse entnommen. Die Vorsitzenden der beiden Vereine äußern sich zu den Vorfällen unabhängig voneinander ziemlich ähnlich. „Unter dem Strich sind das nur unnötige Scherereien, die wir damit haben“, ärgert sich SVI-Chef Manfred Esterl. „Das bereitet uns viel Arbeit, die es nicht bräuchte – Zeit, die wir besser nutzen könnten.“ Wirklich schützen könne sich der Verein gegen derartige Einbrüche kaum. „Ich hoffe nur, dass uns die Versicherung jetzt keine zusätzlichen Auflagen macht“, fügt Esterl an.
Lenz Scheitler ist als Vorsitzender des TC Reichertshausen derartiges Unglück fast schon gewöhnt. Zum dritten Mal in den vergangenen 20 Jahren wurde im Tennisheim eingebrochen, zum dritten Mal war der Schaden höher als die Beute. „Wir können im Grunde nichts dagegen tun. Klar gäbe es Möglichkeiten, aber die stehen alle in keinem Verhältnis zum Aufwand“, sagt Scheitler.
Einen Unterschied, der sich vor allem auf den angerichteten Schaden auswirkt, sieht Ludwig Walter zwischen den beiden Fällen: In Ilmmünster waren viel mehr Türen und Schränke versperrt. „Das macht die Einbrecher neugierig und erhöht den Schaden“, sagt er und rät den Vereinen, Innentüren und Schränke nicht zu verriegeln. Wertvolle Gegenstände oder gar Bargeld, weswegen sich das Abschließen der Schränke rentieren würde, sollten in einem Vereinsheim ohnehin nicht aufbewahrt werden.
Allgemein sei es kompliziert, die Vereinsheime zu schützen, da sie oftmals an Ortsausgängen oder gar abseits der Wohnbebauung liegen würden. „Wenn sich eine Gruppe von Tätern gerade darauf spezialisiert, kann es in kurzer Zeit zu sehr vielen Einbrüchen kommen – und gefeit ist dagegen kaum ein Sportheim“, sagt der Polizeisprecher.
Der BLSV-Kreisvorsitzende Florian Weiß weiß auch nur wenig Rat. Bewegungsmelder würden abschreckend wirken, zumindest manchmal. „Und die Vereine müssen sich versichern – unbedingt“, fügt er an. Darüber hinaus sei guter Rat teuer. „Kein Geld, keine Wertgegenstände im Heim lassen. Mehr kann man kaum tun.“ Einen konkreteren Vorschlag hat Ludwig Walter zu bieten. Er rät den Vereinen, sich an die kriminalpolizeiliche Beratungsstelle in Ingolstadt zu wenden. „Mit den Experten macht es Sinn, mögliche Maßnahmen abzuklären“, sagt Walter – und spielt auf Bewegungsmelder für die Außenlampen, Gitter für die Fenster, spezielle Schlösser oder gar Alarmanlagen an. „Mittlerweile sind diese Sicherungsmaßnahmen gar nicht mehr so teuer – und sie können durchaus wirken.“ Die Berater zeigen verschiedene Möglichkeiten auf und informieren, was finanziell auch zu schultern ist.
Von Patrick Ermert