22.02.2012 | 19:16 Uhr
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Ortsgruppe hat neuen Vorstand

Breitenbrunn Breitenbrunn (swp) Jetzt ist der Bestand der Bund-Naturschutz-Ortsgruppe in Breitenbrunn auch formal gesichert. Bei der ersten Versammlung seit langer Zeit wurde Franz Kraus zum Vorsitzenden gewählt. Vertreter ist Ernst Hautmann, Kassiererin Isolde Salmutter.

Breitenbrunn: Ortsgruppe hat neuen Vorstand
Der Feuersalamander gehört zu den 19 Amphibienarten, die in Bayern verbreitet sind. Der Vortrag von Ralf Bundesmann aus Berching, der die bedrohten Amphibienarten zum Thema hatte, sensibilisierte die BN-Mitglieder bei der Jahresversammlung auch für die Gefahr, der sich die Kröten bei ihrer Frühjahrswanderung aussetzen. Repro: Sturm
Viele Interessierte waren zur Versammlung gekommen. Franz Kraus erinnerte daran, dass die Ortsgruppe des Bund Naturschutz zu Beginn der 70er Jahre auf Initiative von Othmar Kipfer gegründet worden war und heute 27 Mitglieder zählt. Die vergangenen Jahrzehnte seien von vielen Aktivitäten geprägt gewesen.

Kraus nannte unter anderem verschiedene Natur- und Artenschutzprojekte, die Pflege von Trockenhängen und die Anlage des Biotops am Ortseingang. Außerdem sei der Rosenweg entstanden und man habe sich ausführlich mit dem Thema Solarenergie beschäftigt. Zum Beispiel habe man in der Schule die erste Solarstromwoche veranstaltet. Außerdem habe die Ortsgruppe den Anstoß für die gemeinsame Kläranlage des Marktes Breitenbrunn und der Gemeinde Seubersdorf gegeben.

Kraus hob die enge Zusammenarbeit mit dem Landschaftspflegeverband hervor, beispielsweise bei den Beweidungskonzepten. Und in Zusammenarbeit mit dem Gartenbauverein sei die sehr lebendige Kinder- und Jugendgruppe Ökofüchse ins Leben gerufen worden. „Viel von dem, was wir angestoßen haben, ist zwischenzeitlich Realität geworden. Und wenn man sieht, wie viele Flächen bei uns noch für den Naturschutz zur Verfügung stehen, dann dürfen wir zufrieden sein“, so der alte und neue Vorsitzende. Er kündigte an, dass man auch in Zukunft viele Probleme thematisieren möchte. Zum Beispiel, dass die Landwirtschaft nicht nur mehr der Lebensmittelerzeugung diene, sondern vermehrt auch der Energiegewinnung. Die Naturschützer müssten korrigierend auf Fehlentwicklungen einwirken, beispielsweise bei Biogasanlagen.

Ralf Bundesmann aus Berching beschäftigte sich in seinem Referat mit Amphibien. Anhand von Dias zeigte er die verschiedenen Arten und deren Lebensräume auf: Bergmolch, Gelbbauchunke, Grasfrosch, Erdkröte, Feuersalamander und viele mehr. In Bayern gebe es 19 Amphibienarten. Aber die Bestände seien anhaltend rückläufig und immer mehr Arten gerieten auf die Rote Liste gefährdeter Tiere – derzeit bereits 13 der 19 heimischen Arten. Bundesmann ging speziell auf die Krötenwanderung ein. Im zeitigen Frühjahr, sobald der Frost verschwunden ist, machten sich zum Beispiel schon die Erdkröten auf, zu ihrer alljährliche Wanderschaft zu ihren Laichgewässern. Dabei müssten sie oft stark befahrene Straßen überqueren. Die Wahrscheinlichkeit von einem Auto überfahren zu werden, sei für sie sehr groß. Statistiken zeigten, dass an Amphibienübergängen schon 80 Fahrzeuge in der Stunde ausreichten, um 80 Prozent des Amphibienbestandes auszulöschen.

Der Kreisvorsitzende, Josef Guttenberger, freute sich, dass es mit der Breitenbrunner Ortsgruppe weitergeht. Auch er griff das Thema Krötenwanderung auf und erzählte, dass die Kreisgruppe Neumarkt 14 Amphibienübergänge betreut. Einer der Größten davon sei bei der Erbmühle in der Gemeinde Breitenbrunn. Dort würden jedes Jahr bis zu 6000 Amphibien eingesammelt und über die Straße getragen, aber es mangele langsam an Sammlern. So müsse man immer wieder Helfer aus dem gesamten Landkreis zusammenziehen. Auf Dauer sei dies nicht machbar, weswegen hier die Anlage eines dauerhaften Übergangs eine Lösung wäre. Außerdem sagte Guttenberger, dass der Bund Naturschutz ein großer Landbesitzer sei, zwei Flächen des BN lägen zum Beispiel bei Gimpertshausen. Zum Kreisverband sagte Guttenberger, dass Neumarkt ein Sorgenkind sei. Dort gebe es zwar mehr als die Hälfte aller BN-Mitglieder im Kreis, aber eine Ortsgruppe zu installieren gelinge nicht. Der Kreisvorsitzende kündigte an, dass die Jahresversammlung der Kreisgruppe in Breitenbrunn stattfinden wird. Der Termin wurde auf den 23. März verlegt.

Zum Schluss erklärten sich einige der Anwesenden spontan bereit, bei der kommenden Amphibienaktion an der Erbmühle mitzumachen. Wer Interesse daran hat, bei dieser Aktion zu helfen oder bei der Ortsgruppe Breitenbrunn mitzuarbeiten, kann sich bei Franz Kraus melden, Telefonnummer (0 94 95) 6 39.


Von Werner Sturm

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