Ein Gestrandeter
Demnächst Stolze 33 Schuljahre am Gymnasium Schrobenhausen – 33 Mal bei den vielen Colloquien im Rahmen des Abiturs (mit-)geprüft und in 13 Grundkursen viele Schülerinnen und Schüler zum Studium der Theologie motiviert, einige für Philosophie und auch Judaistik: Das ist die eine Seite von Carlo Schmid.

Auf dem Weg in den Ruhestand: Mit Carlo Schmid wurde eine ganz besondere Persönlichkeit am Schrobenhausener Gymnasium verabschiedet. Oberstudiendirektor Reinhold Bauer (r.) dankte im Namen der Kollegen - Foto: kx
Begonnen hat er seine Lehrtätigkeit am 2. Mai 1980 mit einer dreiwöchigen Vertretung für seinen Kommilitonen, den damaligen Stadtpfarrer Walter Mixa. Aus den drei Wochen wurden schließlich 32 Jahre, in denen er an verschiedenen Schulen in Schrobenhausen unterrichtete.
Nun wird nicht jeder Lehrer, der in Rente geht, mit einem eigenen Zeitungsartikel zu seinem Abschied bedacht; dieser schon. Denn Carlo Schmid war einer, der für Aufsehen sorgte. Er stand für einen durchaus kritischen Theologieansatz, und das sorgte für Irritationen im Schrobenhausener Land in einer Zeit, als man sich so manches zwar dachte, es aber nicht unbedingt aussprach.
Carlo Schmid hat gerade mit seinem Anliegen, Glaube immer vor der kritischen Vernunft zu rechtfertigen, bei vielen Schülern – und in den letzten Jahren auch bei deren Kindern – Interesse für philosophisch-theologisches Denken geweckt. Mit seinem Denkmodell hat er einen religiösen Orientierungsrahmen geboten, mit dem viele Jugendliche etwas anfangen konnten, das für sie Einstieg oder Fortsetzung des Beschäftigens mit Glaube war. Er hat dem Thema eine Bedeutung gegeben.
Ganz in Rente ist Carlo Schmid übrigens noch nicht. Der einst in Schrobenhausen Gestrandete wird noch einige Monate an der FOS in Neuburg unterrichten. mpy/rb
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