Elf Tipps für den Faschingsendspurt
Schrobenhausen Schrobenhausen (SZ) Es ist Fasching und keiner geht hin? Zumindest am Faschingswochenende stimmt das im Schrobenhausener Land trotz Bällesterben nicht, denn bei den Umzügen ist immer viel los. Die Schrobenhausener Zeitung hat elf Tipps für den Faschingsendspurt zusammengetragen. Hier sind sie.

Gar nicht so einfach: Einen Krapfen zu essen, ohne zu kleckern, will gelernt sein. SZ-Praktikantin Selina Schreier weiß schon wie es geht und ist für den Endspurt gewappnet: an der richtigen Seite anfangen . . - Foto: Spindler
Wenn Sie auf einen der Umzüge gehen: Ganz wichtig: Helmpflicht, wenn Sie vor haben, nahe an die Wagen heranzugehen, weil bekanntlich mit Bonbons scharf geschossen wird. Es tut ziemlich weh, wenn man einen an den Kopf bekommt. Konfetti war da deutlich angenehmer für Getroffene, aber das ist ja verboten, weil die Reinigungskosten hernach zu hoch sind. Für Bonbonfans wichtig: Nehmen Sie ein großes Gefäß mit, um zu wulffen und (ex)bundespräsidial einzusacken, was es umsonst gibt.
Wenn Sie eine Krapfenallergie haben: Dann essen Sie einfach keine. Allerdings sollten Sie sich dann mit Herzhaftem selbst eindecken, das gibt es nicht überall in gewohnter Auswahl, weil ja Fasching ist.
Wenn Sie keine Krapfenallergie haben: Denken Sie dran, dass es physikalische Gesetze gibt. Druck, Gegendruck, Schwerkraft und vor allem Murphy’s Gesetz führen dazu, dass die Marmelade garantiert auf dem Kleidungsstück landet, das Sie eben erst frisch angezogen haben. Tipp eines SZ-Redakteurs: Das Marmeladeneinschussloch suchen und sich dann von dort aus langsam zur Marmelade vorarbeiten.
Wenn Sie auf einem der Wagen mitfahren: Denken Sie daran, dass ein Faschingsumzug ganz schön lange dauert und dass Sie nicht mal eben unterwegs auf Toilette gehen können. Die Flüssigkeitszufuhr sollte also dringend wohl bedacht werden. Wenn Sie keine laute Musik mögen, sollten Sie dringend Ihre Entscheidung überdenken! Und ansonsten gilt die alte bayerische Weisheit: Ein trockener Schwamm nimmt nichts auf.
Wenn Sie der Fahrer eines der Wagen sind: Fahrgemeinschaften sind etwas Gutes, das sagt schon die Aktion Disco-Fieber. Ist das Los heuer auf Sie gefallen, freuen Sie sich, dass Sie gemütlich sitzen können, während die anderen sich hinten auf dem Anhänger in der Kälte verausgaben müssen. Und denken Sie daran: Nächstes Jahr ist vielleicht ein anderer dran. Und nicht vergessen: Die Polizei ist bei den Umzügen meistens dabei, und sie hat Röhrchen an Bord.
Wenn Sie nicht wissen, was Sie anziehen sollen: Es ist ja generell so, dass immer die Kostüme „in“ sind, die es im jeweiligen Jahr gerade in den Supermärkten gibt. Heuer sind das vor allem Prinzessinnen und Kalifen aus Tausendundeinernacht. Wer selbst kreativ sein will und noch Klamotten aus den 70er Jahren hat, wird als Hippie punkten. Sehr beliebt sind mittlerweile auch 3-D-Brillen; hoffentlich hat der CinePark seinen Vorrat schon aufgestockt, weil im Faschingsgetümmel mit Bruch zu rechnen ist. Das schnellste Faschingskostüm ist immer noch als Streichholz. Sie wissen ja: nackig gehen, der Kopf wird dann von alleine rot . . .
Wenn Sie überlegen, wie Sie sich am gesündesten ernähren: Sie sind, was Ihre Ernährung anbelangt, angesichts so vieler Lebensmittelskandale aufgewacht? Sie wollen wissen, woher Ihre Nahrung kommt? Sie wollen für alles, was Sie verzehren, einen Herkunftsnachweis? Sie wollen Ihren Körper sorgsam mit Zucker und Kohlenhydraten versorgen? Dann ist das Faschingswochenende vielleicht eine gute Gelegenheit, die Fastenzeit einzuläuten.
Wenn Sie Fasching hassen: Bleiben Sie nicht zu Hause! Warten Sie nicht ab, bis alles vorbei ist, sondern fahren Sie am Samstag nach Adelshausen (Beginn: 13.30 Uhr) und am Sonntag nach Waidhofen (Beginn: 14 Uhr), nehmen Sie sich Dienstagnachmittag frei und verpassen nicht den Kehraus vor dem Schrobenhausener Rathaus. Entweder Sie sind danach bekehrt und ändern Ihre Meinung – oder Sie wissen wenigstens endgültig, warum Sie Fasching hassen!
Wenn Sie ein Preiß’ sind und Fasching eigentlich aus dem Rheinland kennen: Haben Sie keine Erwartungen. Dann werden Sie auch nicht getäuscht. Soviel muss klar sein: Fasching im Schrobenhausener Land ist anders, bisweilen aber dennoch kernig und herzlich. Drum lesen Sie die Texte auf den Faschingswagen sehr genau, und dann lassen Sie sich von Insidern in aller Ruhe erklären, wer womit gemeint ist.
Wenn Sie Schromlachianern und Paartalauern begegnen: Halten Sie Ihre Orden bereit oder nehmen Sie einen Hut mit, den Sie so tief ins Gesicht ziehen können, dass Sie niemand mehr erkennt.
Wenn Sie Schromlachianer sind und jemandem von Hot & Crazy begegnen – und umgekehrt: Denken Sie dran, dass Sie sich wieder lieb haben dürfen. Die Eiszeit, von der eh keiner mehr weiß, wie es dazu überhaupt gekommen war, ist offiziell vorbei. Das macht den Fasching 2012 im Schrobenhausener Land so versöhnlich!
Von der SZ-Redaktion