12.11.2009 | 19:10 Uhr
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Hermine Rupp kommt frei

Neuburg (dk) Freiheit für Hermine Rupp: Die wegen Totschlags an ihrem Mann verurteilte 54-Jährige wurde gestern auf Bewährung aus der Justizvollzugsanstalt Aichach entlassen. Das teilte ihr Anwalt Klaus Wittmann mit.

Hermine Rupp
Bild: Richter Auf freiem Fuß: Hermine Rupp ist auf Bewährung aus der Justizvollzugsanstalt Aichach entlassen worden.
„Sie ist sehr glücklich“, erklärte ihr Verteidiger, der sie aus dem Gefängnis abholte. Seit Januar 2004 saß die Witwe des Landwirts Rudi Rupp aus Neuburg-Heinrichsheim hinter Gittern. Zunächst in Untersuchungshaft und seit Mai 2005 in Strafhaft.

Jetzt führt ihr Weg in eine betreute Wohneinrichtung, wie ihr Anwalt erklärte. Bereits im Frühjahr hatte Wittmann Antrag auf vorzeitige Haftentlassung seiner Mandantin gestellt. Die Staatsanwaltschaft Ingolstadt als Vollstreckungsbehörde habe die Aussetzung der gegen Hermine Rupp verhängten Freiheitsstrafe nach der Verbüßung von mehr als zwei Dritteln befürwortet, heißt es in einer Presseerklärung, die Leitender Oberstaatsanwalt Helmut Walter jetzt herausgab. Der psychologisch-diagnostische Sachverständige habe festgestellt, „dass von ihr keine Gefahr mehr ausgeht, wenn die Entlassene durch geeignete forensische Nachsorgemaßnahmen betreut wird“, heißt es weiter.

Durch die Strafvollstreckungskammer Aichach des Landgerichts Augsburg würde die 54-Jährige aus der JVA entlassen und in ein betreutes Wohnheim überwiesen. Wie die Staatsanwaltschaft weiter erklärte, entspräche dieser Schritt den gesetzlichen Vorgaben und habe keinerlei Auswirkung auf ein Wiederaufnahmeverfahren, betont die Staatsanwaltschaft. Darüber soll demnächst das Landgericht in Landshut befinden.

Hermine Rupp würde jetzt in einer Art Wohngemeinschaft untergebracht und werde sich in ambulante medizinische Behandlung begeben, erklärte ihr Anwalt. „Sie hat lange auf diesen Moment gewartet“, meinte der Jurist aus Ingolstadt-Friedrichshofen. Jetzt hoffe seine Mandantin, „dass es zur Wiederaufnahme des Verfahrens kommt“. Rupps Leiche, die am 10. März dieses Jahres aus der Staustufe Bergheim geborgen wurde, wies keine Zeichen äußerer Gewalt auf.

Von Petra Stengel



 
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