ERC Ingolstadt ringt Helsinki IFK nieder
Helsinki (dk) Der ERC Ingolstadt ist im Rahmen der European Trophy bei Helsinki IFK zu Gast gewesen. Die Panther besiegten den IFK mit 5:3. Die Tore für die Panther schossen: Joe Motzko (8.), Björn Barta (28.), Alexander Oblinger (44./58.) und Christoh Gawlik (46.).
„Die Fans vom ERC, sie reisen weit…“ Soweit ein Auszug aus einem Fangesang. Rund 100 Pantherfans haben am Wochenende den ERC Ingolstadt mit nach Helsinki begleitet. Beim Aufwärmen der Mannschaften sangen sie die Halle in Grund und Boden. Schon beim Spiel TPS Turku gegen Lieberec (Tschechien) am Freitag hatte sich gezeigt, dass der finnische Eishockeyfan eher leise das Spiel verfolgt. Mehr als Klatschen ist in der Halle nicht zu hören. Da herrscht im Vergleich zu deutschen Stadien nahezu gespenstische Stimmung. Vielleicht liegt das auch daran, dass man in finnischen Stadien meist nur Sitzplätze findet. Der Liveticker der Finnen zeigte sich später begeistert von der Unterstützung der ERC-Fans.
In der Valtti-Areena traf Ingolstadt auf den siebenmaligen finnischen Meister Helsinki IFK. Der Verein hatte am Abend zuvor die Adler Mannheim vom Eis gefegt. In den ersten Spielminuten versuchte Helsinki zu zeigen, wer Herr im Haus ist. ERC-Torhüter Markus Janka musste mehrere Male eingreifen. In Unterzahl (Kris Sparre saß auf der Strafbank) war Ingolstadt sehr kampfstark und konnte sich mehrmals befreien. Ein souveräner Spielaufbau gelang den Finnen nicht. Dafür kassierten sie selbst eine Strafzeit und brachten sich um den Vorteil.
In der 8. Minute spurtete Joe Motzko nach dem Bully an allen anderen vorbei und versenkte im Alleingang zum 1:0. Torhüter Mika Norsta konnte nur noch hinter sich greifen. Das ließen die Finnen nicht auf sich sitzen. Iiro Pakarinen erzielte aus einem Tumult heraus den Ausgleich. Markus Janka prallte dabei unglücklich gegen den Kasten und rappelte sich nur langsam wieder auf. Das restliche Drittel war sehr von hohem Tempo geprägt. Es ging rauf und runter. Der ERC baute zeitweise sehr viel Druck auf die Finne auf. Ein weiteres Tor fiel im ersten Drittel nicht mehr. Und so verkündete der Stadionsprechet zur Drittelpause einen Spielstand von „yksi – yksi“, also 1:1.
HIFK - ERC Ingolstadt
Der ERC kam mit viel Schwung aus der Kabine und setze sich die ersten paar Minuten im Helsinki-Drittel fest. Nach rund vier Minuten änderte sich das Bild und Markus Janka war schwer unter Beschuss. In der 28. Minute versuchte sich dann Thomas Greilinger mit einem Schlagschuss. Der Treffer gelang aber Björn Barta. In der 29. Minute schallte gleich wieder ein „Maali“ (Tor) durch die Halle. Toni Sönderholm erzielte den Ausgleich zum 2:2. Die Gemüter erhitzten sich nun zunehmend. Kleine Nicklichkeiten und Schläge wurden auf beiden Seiten verteilt. Das bekam auch ein Linienrichter zu spüren, der versehentlich einen Schlag ins Gesicht bekam und zu Boden ging, als er die Streithähne trennen wollte.
Auch wenn sich die Panther wirklich tapfer schlugen - das finnische Eishockey ist eine Nummer schneller und taktischer als in Deutschland. Darum ließ das 3:2 durch Markus Granlund in der 36. Minute auch nicht lange auf sich warten. Das Tor fiel in Unterzahl des ERC. Genauso wie das nächste, das aber nicht gegeben wurde. Im Vergleich saßen die heimischen Spieler weniger auf der Strafbank. Zum Ende des zweiten Drittels standen sechs Strafminute für Helsinki und zehn für Ingolstadt zu Buche.
Ob sich die Disziplin der Ingolstädter besserte, sollte sich im 3. „Erä“ (Drittel) zeigen. Zumindest das Toreschießen klappte schon mal. In der 44. Minute tauchte Alexander Oblinger gefährlich vor dem Helsinki-Tor auf und traf zum 3:3. Ein Ausgleich reichte den Panthern aber nicht. In der 46. Minute legte Christoph Gawlik zum 4:3 aus Sicht der Gäste nach. Schlagartig verlagerte sich das Spielgeschehen wieder ins Ingolstädter Drittel und Markus Janka wurde geprüft. Dieses Manöver endete in einer handfesten Schlägerei. Eine Strafe gab es nur für Ingolstadts Craig Weller.
Fünf Minuten vor Schluss war deutlich zu merken, dass IFK den erneuten Ausgleich erzwingen wollte. Jetzt galt es für den ERC eigentlich nur noch, die Führung über die Zeit zu retten. Doch knapp zwei Minuten vor Drittelende erhöhte Alexander Oblinger nach einem wunderschönen Querpass von Jared Ross zum 5:3. Helsinki versuchte es noch mit einer Auszeit und der Herausnahme des Torwarts, weil Ingolstadt erneut eine Strafzeit kassierte (Tim Hamly). Die Finnen spielten nun mit sechs Spielern gegen vier Ingolstädter, beziehungsweise noch 46 Sekunden sechs gegen drei, weil Jeff Likens auch noch in auf die Kühlbox musste. Aber die Panther hielten ihren Kasten sauber.
Mit diesem Sieg ist Ingolstadt in der West Division der Trophy nun kurzzeitig Tabellenführer. Joe Motzko und Tim Conboy wurden als Spieler des Tages gewählt.
