30.07.2012 | 21:37 Uhr
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Ein Bayer kommt nach Hause

Ingolstadt Ingolstadt (DK) Die Ärzte sind unbestechlich: Wie alle Spieler des ERC Ingolstadt musste auch Neuzugang Patrick Hager beim Fitnesstest zum Start der Vorbereitung ran. Doch keine Sorge: Der 23-Jährige, der aus Krefeld zu den Panthern wechselt, präsentierte sich fit. In Ingolstadt hat Hager viel vor.


Im zweiten Stock des Reha-Zentrums ist es schwül – trotz geöffneter Fenster. Betreuer Alex Meierl zapft dem beständig auf dem Rad kurbelnden Hager einen Tropfen Blut aus dem Ohrläppchen ab. Der Eishockeyprofi nimmt es ungerührt hin. „Gut so, weiter“, feuern ihn die Ärzte und Betreuer an. „Der erste Eishockeyspieler mit Wadln“, bemerkt Ärztin Sonja Herzberg.

Bei einem Widerstand von 280 Wa

Ingolstadt: Ein Bayer kommt nach Hause
Maskenmann: ERC-Neuzugang Patrick Hager überzeugte beim Fitnesstest im Reha-Zentrum mit guten Werten. Mit den Panthern möchte er in der kommenden Saison einen neuen Angriff auf den Titel unternehmen - Foto: Petri
tt klingen Hagers Atemgeräusche wie der schnaufende Darth Vader aus Star Wars. Schweißperlen tropfen vom Gesicht, der Oberkörper, der durch einen Pulsgurt und Elektroden mit den Messgeräten verbunden ist, glänzt. Die Herzfrequenz schnellt auf mehr als 200 Schläge pro Minute an. „Ihr könnt reden was ihr wollt. Ihr könnt mich auch beschimpfen“, hatte Hager vor dem Test noch gescherzt. Doch das ist nicht nötig: Sowohl auf der Rolle als auch beim Krafttest erzielt der Neue gute Werte.

Das einzige Problem derzeit: Schlafmangel. Seine zehn Wochen alte Tochter hält ihn und seine Freundin auf Trab. „Aber das macht ja Spaß“, sagt er. Am vergangenen Wochenende hat die kleine Familie ihr neues Heim im Ingolstädter Süden bezogen.

Nach fünf Jahren in Krefeld sucht der 50-fache Nationalstürmer in Ingolstadt eine neue Herausforderung. „Das war eine schöne Zeit, die Leute sind sehr zugänglich. Die Truppe in Krefeld war super, ich habe mich dort sehr wohlgefühlt. Aber jetzt wollte ich den nächsten Schritt machen“, berichtet er. Zumal in den vergangenen Jahren die Gerüchte um eine Pleite der Pinguine nie ganz verstummt waren. „Als Spieler nervt das natürlich. Der ERC ist ein gesunder Verein“, ist er sicher.

Für Hager punktet Ingolstadt gegenüber dem Rheinland aber noch mit einem anderen unschlagbaren Standortvorteil: Durch den Wechsel zu den Panthern kehrt der gebürtige Rosenheimer in seine oberbayerische Heimat zurück. „Es ist näher an zu Hause und einfacher, mit der Familie etwas zu unternehmen.“ Trotz anderer Angebote sei ihm die Entscheidung leicht gefallen: „Ich habe das Gefühl gehabt, dass man mich hier haben mag.“

Die Krefeld Pinguine haben sich in den vergangenen Jahren sportlich schwergetan – trotzdem gelten sie als Angstgegner der Panther. Hat Hager Tipps für die neuen Kollegen? „Da muss ich mal genauer auf den Spielplan schauen. Es macht viel Spaß, gegen den Ex-Verein zu spielen“, sagt der 23-Jährige. „Und zu gewinnen“, schiebt er lächelnd nach.

Mit dem ERC hat Hager große Ziele. „Ich habe in den letzten fünf Jahren in Krefeld sieben Play-off-Spiele gemacht. Ich habe keine Lust mehr, während der heißen Phase der Saison vor dem Fernseher zu sitzen“, sagt er. In Ingolstadt seien die Play-offs Pflicht, die Meisterschaft das Ziel. Die European Trophy ist als Vorbereitung ideal, findet Hager: „Es kann nicht besser laufen. Wir haben direkt einen Rhythmus. Es bringt einen weiter, gegen europäische Top-Gegner zu spielen.“

Doch nicht nur mit dem ERC, sondern auch mit der Nationalmannschaft möchte der Flügelstürmer einiges erreichen. „Olympia ist für jeden Sportler das höchste Ziel“, sagt Hager. Damit die DEB-Auswahl 2014 in Sotschi dabei ist, muss sich das Team im kommenden Februar durch ein Qualifikationsturnier in Bietigheim kämpfen. Wer dann als Bundestrainer hinter der Bande steht, ist noch ungewiss. „Natürlich wäre es jedem Spieler lieber, wenn es einen festen Trainer geben würde. Aber wir müssen Geduld haben“, nimmt es Hager sportlich. Zunächst zählen sowieso nur die Panther.


 


Von Alexander Petri

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