21.02.2012 | 22:01 Uhr
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Glück im Unglück

Ingolstadt Ingolstadt (DK) Die Erleichterung war bei allen Beteiligten groß. Joe Motzko wird dem ERC Ingolstadt nicht wie befürchtet bis zum Saisonende ausfallen. Der Torjäger erlitt beim 2:1-Sieg im DEL-Spitzenspiel gegen Berlin einen Innenbandriss im rechten Knie und fällt wohl „nur“ drei bis vier Wochen aus.

Ingolstadt: Glück im Unglück
Muss pausieren: Joe Motzko wird den Panthern am Freitag im Spiel bei der Düsseldorfer EG fehlen. Doch darf der 31-jährige Stürmer hoffen, dass er bis zum Beginn der Play-offs wieder fit wird - Foto: Bösl
„Das war eine gute Nachricht“, sagte der 31-Jährige, der am späten Montagabend die genaue Diagnose erhielt. „Ich wusste nach dem Zusammenstoß sofort, dass etwas kaputt ist und rechnete schon mit einem Kreuzbandriss. Insofern ging es noch relativ glimpflich ab, obwohl ich eine derartige Verletzung noch nicht hatte“, erklärte der US-Amerikaner gestern, als er bereits wieder als Zuschauer beim Training weilte und durch die Spielerkabine humpelte.

Trainer Rich Chernomaz überlegte sogar, gegen den Verursacher Nicholas Angell vorzugehen. „Es war ein Knie-Check. Eigentlich wollten wir das Video-Material an die DEL schicken, weil das Foul hinter dem Rücken des Schiedsrichters geschah. Aber in 99 Prozent der Fälle kommt sowieso nichts dabei heraus, und die Aktion kostet uns 1000 Euro“, meinte Chernomaz zu dem nur kurz vom ERC ins Auge gefassten Verfahren, das die Panther innerhalb von 24 Stunden nach Spielende hätten einleiten müssen. So aber sind die Verantwortlichen erleichtert, dass bei gutem Heilungsprozess eine Play-off-Teilnahme Motzkos möglich ist.

Mit Motzko fallen nun bereits drei ERC-Cracks langfristig aus. Nur Michel Periard könnte nach seinem im Spiel gegen Köln erlittenen Pferdekuss eventuell schon am Freitag gegen Düsseldorf wieder mit von der Partie sein.

Jakub Ficenec hält es derweil trotz seiner Schambeinentzündung nicht länger zu Hause auf der Couch. Der Offensivverteidiger setzte sich gestern für eine halbe Stunde aufs Rad und ließ bei ein paar Übungen mit den Kurzhanteln seine Muskeln spielen. „Ich spüre die Verletzung schon noch und fange nur ganz langsam an. Ich hoffe, dass es gut geht“, meinte der 35-jährige Routinier, der vier Wochen zu völligem Nichtstun verurteilt war.

Trotz des nicht enden wollenden Verletzungspechs ist die Stimmung bei den Panthern gut. Im Training wird geflachst, während Tyler Bouck mit gebrochenem Daumen, Periard und nun auch Motzko auf der Spielerbank die Übungen ihrer Teamkameraden mit gequälten Mienen verfolgen. „Es hilft mir, dass wir in der Tabelle so gut dastehen. Ich weiß, dass sich die Jungs doppelt für uns reinhängen“, sagte Motzko und hofft auf eine schnelle Rückkehr.

Auch Chernomaz ist nach drei Siegen recht entspannt. „Es war wichtig zu sehen, dass die Jungs gut aus der Länderspielpause kamen und als Team schnell ihren Rhythmus fanden. Aber es ist noch zu früh, jetzt vom Gaspedal zu gehen. Wir haben noch schwere Spiele, vor allem gegen Mannschaften, die noch um die Pre-play-off-Plätze kämpfen“, meinte der 48-Jährige.

Immerhin können die Panther mit einem Sieg in Düsseldorf bereits die letzten Zweifel an der Play-off-Teilnahme zerstreuen – schon jetzt hat das Chernomaz-Team bei noch sechs ausstehenden Spielen 15 Zähler Vorsprung vor Platz sieben. Das nächste Ziel ist dann, unter die Top Vier zu kommen, um sich das Heimrecht für die Play-offs zu sichern. Hier beträgt das Polster auf den Fünften Straubing zehn Punkte. „Und seit Sonntag ist nun auch in den Köpfen meiner Spieler, dass sie sogar Berlin schlagen können“, sagte Chernomaz mit einem Lächeln. Fehlt nur, dass alle Panther-Cracks gesund werden, dann können die Play-offs am 21. März losgehen.

 


Von Gottfried Sterner

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