Punktgleich mit dem Tabellenführer
Berlin Berlin/Ingolstadt (DK) Tolles Wochenende für den ERC Ingolstadt: Nach dem 6:4-Erfolg am Freitag gegen Köln gewannen die Panther gestern Nachmittag vor 14 200 Fans das DEL-Spiel beim Tabellenführer Eisbären Berlin nach Verlängerung mit 2:1 (0:0, 1:1, 0:0, 1:0). Beide Teams haben nun 84 Punkte.

Alles im Griff hatte auch in dieser Szene ERC-Goalie Ian Gordon. Im Hintergrund wurden derweil Prestin Ryan (ERC Ingolstadt, links) und Barry Tallackson (Eisbären Berlin) handgreiflich.
„Es war ein echtes Topspiel“, fasste ERC-Verteidiger Stephan Retzer zusammen. „Es hat gehalten, was man sich versprochen hatte: viel Tempo, harte Zweikämpfe. Beide Mannschaften wollten im Hinblick auf ihre Saisonziele heute eine Duftmarke setzen.“ ERC-Stürmer Thomas Greilinger hatte ein „ganz cleveres und taktisch hervorragendem Spiel mit zwei überragenden Torhütern“ gesehen.
Sieg in der Verlängerung, also zwei Punkte. Das bedeutet: Berlin (wegen des besseren Torverhältnisses Erster) und Ingolstadt haben nun je 84 Punkte. Viel wichtiger: Die Ingolstädter haben am Freitag und gestern ihre starke Form bewiesen, und gezeigt, dass sie weder zu Hause noch auswärts einen Gegner fürchten müssen.
Dabei traten die Panther ersatzgeschwächt an: ohne Jakub Ficenec, ohne Tyler Bouck, ohne Michel Periard. Und nach wenigen Minuten des zweiten Drittels fehlte auch noch Joe Motzko. Der Stürmer humpelte noch einem Kniecheck von Richie Regehr vom Platz. Eine Innenbandverletzung wurde gestern schon diagnostiziert, ob auch das Kreuzband beschädigt ist, wird eine Kernspintomographie klären. Ist das Kreuzband okay, ist Motzko wohl zu den Play-offs wieder fit, ansonsten wäre die Saison beendet.
Zum Spiel: Erstes Drittel: torlos. Berlin hatte die besseren Chancen, doch Ian Gordon stand perfekt. Vor allem, als Darin Olver (Berlin in Unterzahl) allein auf das Tor zuläuft, doch der Goalie mit seiner linken Fanghand klärt. Der ERC konnte dreimaliges Überzahlspiel nicht ausnutzen, Jared Ross, Christoph Gawlik, Thomas Greilinger oder auch Jeff Likens vergaben ihre Chancen.
Zweites Drittel: zwei Tore. Als Ingolstadt die Zügel in die Hand nahm, trafen die Eisbären: Julian Talbot überraschte bei einem Konter (31.). Doch die Antwort blieb nicht lange aus: Ross fackelte nicht lange und ließ dem glänzend aufgelegten Rob Zepp keine Chance (33.). Und sofort hatten die Panther wieder mehr vom Spiel.
Drittes Drittel: erneut torlos. Die Panther berannten das Berliner Tor, doch auch beste Chancen blieben ungenutzt (zum Beispiel Luciano Aquino/43., zudem Gawlik, Greilinger oder auch Prestin Ryan). Zweimaliges Unterzahlspiel überstanden die Ingolstädter, bei einem Pfostenschuss von Talbot hatten sie auch Glück. Die Verlängerung musste zum dritten Mal in vier Spielen gegen Berlin entscheiden. „Sind wir ehrlich, ein Sieg in der Verlängerung ist immer auch Glück“, meinte Retzer. Dennoch: Wie Derek Hahn mit dem Puck am Schläger das Zepp-Gehäuse umkurvte und dann zum 2:1 (64.) traf, hat auch mit jeder Menge Können zu tun. Ganz abgesehen von einer ordentlichen Portion Schlafmützigkeit beim amtierenden Meister.
Von Hans Fischer und Oliver Konze
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