Gemeinsam über Berge und durch Flüsse
Bad Bad Blankenburg (DK) „Heftig“ sei es gewesen, sagt Marvin Matip am Tag danach. Gemeinsam mit seinen Teamkollegen vom FC Ingolstadt war er im Rahmen des Konditions-Trainingslagers im thüringischen Bad Blankenburg in den Genuss einer ganz besonderen Einheit mit dem Extremsportler Michael Kalinowski gekommen.
Statt der klassischen Laufeinheiten standen für die Zweitligaspieler plötzlich Klimmzüge an einer Brücke, Liegestütze im knietiefen Wasser der Saale und Bergsprints, bei denen man zum Teil nur auf allen Vieren vorankam, auf dem Programm. Dazwischen immer wieder Laufetappen, Flussüberquerungen und Stationen, an denen man sich gegenseitig über irgendwelche Hindernisse tragen musste. „Ob es Spaß gemacht hat“, reagiert Matip mit einem müden Lächeln auf die entsprechende Frage, „die erste Stunde vielleicht.“ Gedauert hat die Einheit rund 135 Minuten.
Seit vergangenen Sonntag schwitzen die Ingolstädter nun schon in und um die Landessportschule in Bad Blankenburg. Los geht es mit einer Laufeinheit um 7 Uhr, gefolgt von einer Vormittagseinheit im Kraftraum, bevor am Nachmittag im Schnellkraftbereich gearbeitet wird. „Da kommen wir pro Tag locker auf viereinhalb Stunden Programm“, erklärt Kapitän Stefan Leitl. Zusatzmaßnahmen wie Whirlpool und Sauna nicht mit eingerechnet.
„Zum Thema Nachtruhe brauchen sich die Trainer hier keine Sorgen zu machen“, erzählt Matip. „Die meisten fallen freiwillig ins Bett, schließlich werden wir um 6.15 Uhr wieder geweckt.“ Die Abendspiele der EM gucken die meisten im Halbschlaf vom Bett aus.
Ansonsten dient die Woche vor allem der Schaffung eines Teamgeistes. So haben sich Trainer und Spieler auch schon mal von einer hohen Leiter fallen lassen – unten mussten die Spieler sie auffangen. „Im Grunde beginnen wir hier mit der Arbeit für unser gemeinsames Ziel“, erklärt Matip.
Neuzugang Pascal Groß hat sich derweil im besonderen Maß um die Stimmung verdient gemacht. Als das Geburtstagskind (21) am Freitag gefragt wurde, was er sich für das Team wünsche, antwortete er spontan: „Einen freien Nachmittag.“ „Okay, dann machen wir das so“, zeigte sich Trainer Tomas Oral prompt gnädig. Eine dritte Einheit blieb Groß und seinen Kollegen damit erstmals in dieser Woche erspart.
Von Norbert Roth
