"Favoritenrolle ist neu für uns"
Ingolstadt Herr Linke, wie groß ist Ihre Enttäuschung nach dem Pokal-Aus
Thomas Linke: Natürlich sehr groß. Wir haben uns viel vorgenommen und wollten unbedingt weiterkommen.
Welche Ursachen haben Sie für das Ausscheiden ausgemacht?
Linke: Die Mannschaft hat versucht, das Spiel zu bestimmen. Das ist eine Situation, die neu für sie ist. Es war das erste Mal, dass sie als Favorit gegen einen Liga-Konkurrenten ins Spiel gegangen ist. Nach dem Rückstand haben wir den Faden verloren und dann haben uns die spielerischen Mittel gefehlt, um die Partie noch zu drehen.
Ist die Mannschaft von Tomas Oral noch nicht so weit, das Spiel zu gestalten?
Linke: Das glaube ich nicht. In der ersten Viertelstunde hat das ja ganz gut geklappt. Aber Aalen hat in der Defensive seine Qualitäten und beherrscht das Umkehrspiel sehr gut.
Der frühe Rückstand resultierte erneut aus einer Standardsituation. Bereits vier Gegentore entstanden auf diese Art und Weise. Wie kann man das verhindern?
Linke: Indem man sich 100-prozentig konzentriert. Das war nicht der Fall.
Jetzt ist die Geldquelle DFB-Pokal versiegt. Hat das Auswirkungen auf Ihre Personalplanungen?
Linke: Nein. Wir sehen die Pokaleinnahmen als zusätzliches Geld. Darauf müssen wir jetzt leider verzichten. Aber das hat keine Auswirkungen.
Sie wollen also auf dem Transfermarkt nicht mehr tätig werden?
Linke: Wir beobachten den Markt ständig. Aber es ist jetzt nichts konkret geplant. Wir haben eine gute Mannschaft und halten weitere Verpflichtungen nicht für notwendig.
Umgekehrt haben Sie mit Andreas Görlitz, Leo Haas oder Fabian Gerber prominente Namen im Kader, die derzeit keine Rolle spielen. Wollen Sie bis zum Ende der Transferperiode noch Spieler abgeben?
Linke: Unser Kader ist gut besetzt, also wird es immer Härtefälle geben. Wenn ein Spieler keine Chance mehr sieht und sich verändern will, kann er jederzeit zu mir kommen, dann werden wir uns über die Situation unterhalten.
Was ist jetzt vor dem Heimspiel am Sonntag gegen den FSV Frankfurt am wichtigsten?
Linke: Dass wir das Pokalspiel richtig analysieren und ruhig weiterarbeiten. Wir dürfen uns nichts einreden lassen. Wir sind mit viel Selbstvertrauen in die Saison gestartet, haben es versäumt gegen Cottbus zu gewinnen und haben in St. Pauli ordentlich gespielt. Die Mannschaft ist gut in Schuss, wir brauchen uns vor niemandem zu verstecken und wollen jetzt gegen den FSV Frankfurt drei Punkte holen.
Gottfried Sterner
