Oberfränkische One-Man-Show
Hilpoltstein Hilpoltstein (HK) Nicht nur in einer eigenen Liga unterwegs, son-dern auch auf den Spuren von Chris McCormack ist Andreas Dreitz beim 24. Rothsee-Triath-lon unterwegs gewesen. Mit seinem dritten Sieg in Serie blieb der 24-jährige Oberfranke auf dem bestem Weg, die Rekordmarke des Ex-Weltmeisters einzustellen.

Der Dreikampf des Andreas Dreitz: Nach einer soliden Schwimmleistung prescht der Champion dem Feld davon. - Fotos: R. Münch, J. Münch
Im Ziel hatte Andreas Dreitz gestern schon die ersten Interviews gegeben, ehe mit Sebastian Neef (Tristar Regensburg) der zweitschnellste Mann des Rennens mit viereinhalb Minu-ten Rückstand ankam. „Nach dem Radfahren war die Lücke nach vorne schon zu groß. Den hätte ich nicht mehr erwischt“, sagte der Oberpfälzer nach seiner guten Rothsee-Premiere. „Da war die Motivation weg.“ Vielmehr konzentrierte sich Neef darauf, den eigenen Vorsprung auf die Verfolger zu halten.
Rothsee Triathlon
Doch dieser Vorsprung war ebenfalls reichlich: Weitere drei Minuten vergingen, bis Tobias Heining vom TSV Altenfurt als Dritter das Ziel erreichte und sich als mittelfränkischer Meister vor den besten Lokalmatadoren feiern lassen durfte. Vierter wurde Marcus Schattner (TSG Roth, 2:06:59), der „Mister Roth-see“, mit einer knappen Minute Rückstand auf Heining. Auf dem fünften Platz folgte mit Michael Seitz (2:09:26) schon der schnellste Hilpoltsteiner, knapp vor Feuerwehr-Weltmeister Mi-chael Hofmann (8., 2:10:34), und Alexander Schrüfer (2:10:39, beide Radfreunde Hilpoltstein), der ebenfalls noch den Sprung unter die Top Ten schaffte.
Fraglich, ob die Lokalmatadoren auch so gut abgeschnitten hätten, wenn alle angekündigten Topathleten zum 24. Rothsee-Triathlon angetreten wären. Denn neben dem verletzten Altmeister Thomas Hell-riegel und dem erkrankten Dorian Wagner verzichtete auch der kanadische Paradiesvogel Luke Dragstra auf das Rennen. „Schade, dass Dorian nicht da war. Ihm hätte ich auf der Radstrecke gerne ein paar Minuten verpasst“, sagte Dreitz, der letztlich selbst sein größter Herausforderer bleiben sollte. Vor allem auf der neuen Radstrecke, auf der er seine Führung kontinuierlich ausbaute, war er in erster Linie mit sich selbst beschäftigt. „Ein schöner, schneller Kurs“, lobte der Titelverteidiger wie viele Mitstreiter. „Nach dem ersten Laufkilometer habe ich aber schon mitbekommen, dass Sebastian erst beim Wechsel ist“, sagte der Oberfranke über das ausgefallene Duell mit dem zweitplatzierten Oberpfälzer. „Knapp vier Minuten – das ist schon eine Menge Holz.“
Von Roland Münch