Rückgang bei den A-Junioren
Hilpoltstein Hilpoltstein (HK) Der Abwärtstrend im Jugendfußball hält weiter an. Nur noch knapp über 800 Mannschaften haben sich für die bevorstehende Saison 2012/13 im Kreis Neumarkt/Jura gemeldet. Besonders große Sorgen bereiten dabei die A-Junioren.

Vorbilder in puncto Fairness: Kreisjugendleiter Thomas Zankl (rechts) und Karina Eyersheim (links) von der Sparkasse Mittelfranken-Süd überreichen den Jugendleitern der JFG Aurachtal und der DJK Herrnsberg die Pokale und Urkunden - Foto: Schmitt
Annähernd 160 Vereine waren bei der großen Zusammen-kunft zur Vorbereitung auf die bevorstehende Saison 2012/13 in der Hilpoltsteiner Stadthalle vertreten. Lediglich vier Klubs hatten keine Abordnung entsandt. Wichtigster Teil der Veranstaltung war die Bekanntgabe der Ligaeinteilungen für die bevorstehende Saison. Denn die gestaltet sich jedes Jahr enorm schwierig. „Selbst in den Kreisgruppen sind Wege von 30 Kilometer keine Seltenheit“, beschrieb Zankl eines der vielen Probleme bei der Bildung der Spielklassen. Doch auch in diesem Jahr hatte Zankl eine vernünftige Lösung gefunden, so dass die Vereinsjugendleiter an den Einteilungen ihrer Mannschaften nichts auszusetzen hatten. Es gab keinen einzigen Änderungswunsch.
Im Hinblick auf die nächsten Jahre sieht die Kreisjugendleitung aber ein großes Problem auf sich zukommen: Denn bei den A-Junioren geht die Zahl der Mannschaften „deutlich zu-rück“. Waren es in der vergangenen Saison 2011/12 noch 80 Teams in der ältesten Jugend-Altersklasse, sind es in der bevorstehenden Spielzeit 2012/13 nur noch 67 Mannschaften. So sinkt auch die Gesamtzahl der Juniorenmannschaften im Kreis Neumarkt/Jura von 848 auf 809. Gegen den Trend und mit steigender Tendenz können einzig die D-Junioren aufwarten. Aller-dings hält sich das Wachstum (von 134 auf 136 Mannschaften) äußerst in Grenzen.
Tradition bei der Kreisjugend-leitertagung ist es auch, dass die Meister der abgelaufenen Saison auf Kreisebene ihre Urkun-den erhalten und auch die Gewinner der Fair-Play-Wertung bekannt gegeben werden. Pokal und Urkunde der Sparkasse Mittelfranken-Süd gingen in der Wertung der B-Jugend (U17) an die JFG Aurachtal. Die Mannschaft mit Spielern des SV Barthelmesaurach, SV Kammerstein und der DJK Veitsaurach gilt als Musterbeispiel und sah während der gesamten Saison nicht eine einzige gelbe Karte und gewann mit Null Punkten. Zweiter wurde die SG SV Cronheim, dritter der TV Thalmässing. Das Kunststück gelang bei den C-Junioren auch der Spielgemein-schaft der TSG Ellingen, die allerdings keine Wertung haben. Fairstes Team bei den A-Junioren war die SG DJK Herrnsberg. Die gesammelten Punkte für persönliche Strafen, Spielausfälle und Abbrüche werden bei der Wertung durch die Anzahl der Spiele geteilt. Herrnsberg brachte es so auf nur 0,35 Punkte. Dahinter folgten die DJK Schernfeld und der SV Nennslingen.
Beim weiteren Rückblick auf die vergangene Saison musste die Kreisjugendleitung insbesondere auch die zahlreichen Abmeldungen von Mannschaf-ten beklagen. „Darunter leidet der Spielbetrieb enorm“, sagt Zankl. Ganze 32 Mannschaften meldeten sich während der Saison ab. Dass sind zwar immer-hin zwei Abmeldungen weniger als im Vorjahr, allerdings wäre Zankl kein einziger Rückzug lieber. Am stärksten betrof-fen waren die B-Junioren. Hier meldeten sich sogar zwei Kreisligisten kurzfristig ab. Keine große Veränderung hat es bei den Spielabsagen infolge von nicht antretenden Mannschaften gegeben. Einen Rückgang musste auch Harald Bahr bei der Hallenrunde im Fußballkreis Neumarkt/Jura verzeichnen.
Anwesend bei der Tagung in der Hilpoltsteiner Stadthalle waren auch einige Funktionäre aus dem Herrenbereich sowie von der Schiedsrichtergruppe. So sprach Kreisspielleiter Anton Pfahler die mit viel Arbeit und Neuerungen verbundene Umstellung der EDV auf das DFB-System an und ermutigte alle Vereinsvertreter, für ein gutes Gelingen beizutragen. Über „zu viele Spielverlegungen“ klagte dagegen Kreisschiedsrichterob-mann Hans Jäger. Er habe jährlich 5000 Spiele zu besetzen, 2000 davon werden umbesetzt oder verlegt. „Das ist der abso-lute Wahnsinn“, sagte Jäger. Ralf Vogel, Mitglied des Kreisjugend-sportgerichts, mahnte bei den Vereinsvertretern mehr Sorgfalt an. Denn: „Lediglich ein Drittel aller 900 Fälle in der vergangenen Saison gehen auf persönliche Strafen zurück“, sagte Vogel. Der Rest sind Verwaltungs-fehler und Spielausfälle.
Von Robert Schmitt