01.08.2012 | 21:42 Uhr
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"Vielleicht geht ja doch noch mehr"

Ingolstadt Ingolstadt (DK) An diese Szene wird sich Daniel Schachtner noch lange erinnern. Zu Beginn der zweiten Halbzeit, als der 21-jährige Mittelfeldspieler für die Paulaner-Traumelf gegen den großen FC Bayern aufs Feld geschickt wurde, gewann er auf der rechten Außenbahn ein Laufduell gegen Luiz Gustavo. „Leider hat der Thorben meine Flanke nicht reingemacht“, sagt Schachtner am Tag danach mit leicht übernächtigter Stimme und noch hörbarer Enttäuschung. Schließlich hätte Thorben Wurr aus Hamburg-Dalldorf bei der Aktion den Ehrentreffer erzielen können und Schachtner hätte ihn dann vorbereitet.

So aber mussten er und seine 27 Mitstreiter, die in der Paulaner-Elf zum Einsatz kamen ohne ein Tor das Erlebnis gemeinsam feiern. Obwohl, zum Feiern war Schachtner gar nicht richtig zu mute. Eigentlich war er nach dem Spiel richtig sauer, weil er nämlich vom Trainergespann Thomas Brunner/Michael Köllner ausgewechselt wurde. Bei den beiden Trainingseinheiten am Montag und Dienstag hatte er noch durchgespielt. „Das war nicht abgesprochen und ich fand, dass ich gut gespielt habe“, erklärt Schachtner enttäuscht. Schließlich hätte er sich gerne noch länger seinem 60-köpfigen „Fanklub“ im Audi-Sportpark präsentiert. „Neben meiner Familie waren viele Freunde und ehemalige Mitspieler von der DJK Ingolstadt da. Nur meine Teamkameraden aus Gerolfing konnten nicht zuschauen, die mussten trainieren“, sagt der Mittelfeldmann des Landesligisten.

Ob er dort noch lange bleibt, ist fraglich. Denn Schachtner hat „Blut geleckt“, wie er sagt. „Vielleicht geht ja doch noch mehr. Was da bei den Profis so abläuft, ist schon toll“, meint der Fachabiturient und hofft jetzt auf eine Fußballer-Karriere. Allerdings hat er es verpasst, sich vor einem Millionenpublikum – Sport1 übertrug das Spiel live – noch dreister in Szene zu setzen. So weit wie Timo Bäuerle wollte er aber nicht gehen. Der am Ende eingewechselte Spieler aus Gärtringen bei Stuttgart, trug unter seinem Trikot ein T-Shirt mit der Aufschrift „Ich will Profi werden“ und dazu die Handynummer.

Nach dem Kick gegen die Bayern ist Schachtner auch so selbstbewusst genug. „Dass ich Gustavo und Ribery zweimal den Ball abgenommen habe, das merke ich mir schon“, sagt der Ingolstädter. Und auch die Atmosphäre im Stadion hat ihn beeindruck. „Vor 12 000 Zuschauern zu spielen, hat schon was.“ Seine Nervosität hielt sich dabei in Grenzen. „Die war nur vorher da, aber als der Schiedsrichter angepfiffen hat, habe ich einfach Fußball gespielt.“

Sollte es am Ende für den 21-Jährigen doch nicht zu einer großen Fußballer-Karriere reichen, bleibt ihm immer noch als Trost die Erinnerung an die Partie im Audi-Sportpark. Dazu ein Trikot von Emre Can und ein gemeinsames Mannschaftsfoto mit den Bayern-Stars.

 


Von Gottfried Sterner

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